Rechenschaftsbericht des Länderrats für das Jahr 2015
Der Länderrat hat im Berichtszeitraum im März 2015 in Tübingen, im September 2015 in Kiel/Oslo, im November 2015 in Berlin und im Januar 2016 in Münster getagt. Die Treffen im Rahmen der DGVT-Workshoptagung und im Rahmen des Intergremientreffens fanden als sog. Länderkonferenz (LandessprecherInnen und Kammer-Delegierte) statt.
Schwerpunktthemen des Länderrats im Berichtszeitraum waren die Auswirkungen des GKV-Versorgungsstärkungsgesetzes auf die psychotherapeutische und psychosoziale Versorgung, die Ausbildungsreform-Debatte sowie Fragen der fachlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen onlinebasierter Behandlung (Internettherapie): Welcher fachliche Standard (Psychotherapeutenstandard analog zum Facharztstandard) im Sinne des Haftungsrechts kann gelten und wie sind die weiteren rechtlichen Rahmenbedingungen für online-gestützte Interventionen zuvor zu klären und festzuschreiben? Mittlerweile konnte Frau Prof. Knaevelsrud, FU Berlin, dazu gewonnen werden, ein Gutachten zu diesen Fragen zu erstellen. Der Länderrat will hier zunächst differenzieren, sowohl in Bezug auf das Setting, die eingesetzten Interventionen als auch – und dies vor allem – die Art und Schwere der zu behandelnden Störungen. Der Länderrat hält es für wichtig, die Entwicklung von Seiten der PsychotherapeutInnen maßgeblich selbst zu gestalten und nicht anderen Akteuren im Gesundheitswesen zu überlassen.
Die Debatte um die Ausbildungsreform war ein weiteres Thema des Länderrats und der Kammer-Delegierten. Im Rahmen der AG von DGVT, DGVT-Ausbildungsakademie und DGVT-BV (Treffen in Dortmund im Oktober 2015) wurde ein Positionspapier der DGVT weiterentwickelt, welches den Beschluss des DPT zum sog. Transitionsprozess berücksichtigt. Es ist dem Länderrat wichtig, den weiteren Entwicklungsprozess der Ausbildungsreform kritisch zu begleiten und dafür Sorge zu tragen, dass unsere Verbandspositionen darin Beachtung finden.
Den Ausbildungszentren muss aus Sicht des Länderrats die notwendige Unterstützung beim Reformprozess angeboten werden.
Die Weiterbildungsordnungen der Psychotherapeutenkammern sind dem Länderrat weiterhin ein wichtiges Anliegen und werden zum Schwerpunktthema fürs kommende Arbeitsjahr.
Die Fort- und Weiterbildung für Psychotherapeuten rückt zunehmend – nicht zuletzt aufgrund der Diskussion um den Transitionsprozess – in den Vordergrund. Dies möchte der Länderrat aufgreifen und sich hier mit anderen Verbandsgremien (AWK) um gemeinsame Linien und Konzepte bemühen, welche dann in die Diskussion innerhalb der Kammern eingebracht werden können.
Kammerpolitik
Der Länderrat hat sich im vergangenen Jahr intensiv mit der fach- und gesundheitspolitischen Positionierung des Verbands sowie insbesondere der Psychotherapeutenkammern befasst. Dabei stand die verbandsinterne Diskussion der Themen rund um die Ausbildungsreform im Vordergrund. Dem Länderrat ist es ein Anliegen, landesbezogene politische Entwicklungen aufzugreifen, eigene Standpunkte zu erarbeiten und diese in die Gremien der DGVT und verbandsinterne Diskussion einzuspeisen.
Veröffentlichungen in den Verbandszeitschriften
In unseren Verbandszeitschriften (VPP und Rosa Beilage) wurden wieder diverse Beiträge von Länderrats- / Länderkonferenzmitgliedern veröffentlicht. Insbesondere im Rahmen der Landesberichte in der Rosa Beilage kommentieren die LandessprecherInnen und Kammer-Delegierten regelmäßig Entwicklungen in den Psychotherapeutenkammern und in der Region. Es sei diesbezüglich auf die Ausgaben von VPP und Rosa Beilage verwiesen.
Veranstaltungen des Länderrats
Anlässlich des DGVT-Kongresses 2016 in Berlin veranstaltet der Länderrat gemeinsam mit dem DGVT-/DGVT-BV-Vorstand ein gesundheits- und berufspolitisches Forum „Neue Medien in der Verhaltenstherapie“ (Moderation: Dr. Heiner Vogel, ReferentInnen: Prof. Dr. Christine Knaevelsrud, Prof. Dr. Michael Borg-Laufs, Dr. David Daniel Ebert und Dr. Tobias Krieger).
Landesgruppen, LandessprecherInnen, regionale Aktivitäten
Die Landesgruppen waren im Berichtszeitraum in vielfältiger Weise gesundheits- und fachpolitisch aktiv. Hinzu kommen als weitere Schwerpunkte die Arbeit in den Landesgruppen und die Mitgliederpflege. Der Bedarf, in den Ländern regionale Angebote zu gestalten, ist gestiegen. Der Länderrat erarbeitet hierzu Konzepte für eine Stärkung der Regionalisierung im Verband. Die Präsenz der DGVT bei den Mitgliedern zu erhöhen, sieht der Länderrat als eine seiner Aufgaben an.
Die LandessprecherInnen versuchen, soweit möglich, persönliche Kontakte zu den neu in den Verein eingetretenen Mitgliedern herzustellen und verstehen sich als Ansprechpartner für die DGVT-Mitglieder in der jeweiligen Region.
Berichte über weitere regionale Aktivitäten (Mitgliedertreffen / regionale MVen, regionale Newsletter, inhaltliche Aktivitäten der VertreterInnen in den Landespsychotherapeutenkammern) sind in den entsprechenden Landesberichten in der Rosa Beilage ausführlich dokumentiert.
LandessprecherInnen
Neu als LandessprecherInnen konnten im Berichtszeitraum gewonnen werden: Tatjana Rieger (Niedersachsen) und Dr. Silke Kurreck (Baden-Württemberg) - Herzlich willkommen!
Ihr Amt als LandessprecherIn abgegeben haben: Petra Auerbach (Sachsen-Anhalt), Eva Heimpel (Berlin), Susanne Ehrhorn (Niedersachsen) und Kai Uwe Joerss (Baden-Württemberg). Herzlichen Dank an die KollegInnen für Ihr Engagement!
Landespsychotherapeutenkammern
Kammerwahlen fanden 2015 in Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein statt.
In Hamburg kandidierte unser Verband auf der gemeinsamen Liste mit der Allianz psychotherapeutischer Fach- und Berufsverbände. Folgende KandidatInnen unseres Verbands wurden gewählt: Dr. Thomas Bonnekamp, Dr. Mike Mösko, Dr. Daniel Bergmann, Martin Richter, Sarah Dwinger, Dr. Sebastian Kohlmann.
In Niedersachsen waren wir mit einer Vielzahl an DGVT-KandidatInnen (darunter auch wahlberechtigte PiAs) auf den DGVT-/DGVT-BV-Listen „Neue Kooperation PP“ und „Neue Kooperation KJP“ erfolgreich. Unsere Listen "Neue Kooperation PP" und "Neue Kooperation KJP" konnten insgesamt einen Sitz hinzugewinnen und verfügen nun über 9 der insgesamt 40 Sitze. In die neue Kammerversammlung gewählt wurden: Stefanie Brida, Klaus Ditterich, Susanne Ehrhorn, Janina Fiedler, Jörg Hermann, Prof. Eric Leibing, Michael Lingen, Florian Wasilewski.
Schleswig-Holstein: KandidatInnen von DGVT/DGVT-BV kandidierten auf der verbändeübergreifenden Liste KAM ON. Für DGVT/DGVT-BV sind zukünftig die folgenden vier KandidatInnen in der Delegiertenversammlung: Detlef Deutschmann, Bernhard Schäfer, Klaus Thomsen und Diana Will.
Wir gratulieren allen VerbandskollegInnen zur Wahl und bedanken uns bei allen KandidatInnen für ihr Engagement!
Bundespsychotherapeutenkammer
Wolfgang Schreck und Dr. Andrea Benecke konnten beim 27. DPT (Herbst 2015) erfolgreich in den Bundeskammer-Vorstand gewählt werden.
Danksagung
Besonderer Dank geht an alle Landessprecherinnen und Landessprecher, Kammer-Delegierten und aktiven DGVT-Mitglieder in den Landesgruppen, die sich auch im vergangenen Jahr wieder intensiv für die Belange des Verbands eingesetzt haben.
Der Länderrat und die Länderkonferenz werden seitens des Vorstands durch Dr. Heiner Vogel kontinuierlich in ihrer Arbeit begleitet. Sein Engagement, seine Kompetenz und sein umfangreiches Wissen um die gesundheitspolitischen Belange sind eine unverzichtbare Bereicherung und entscheidend für den Erfolg der Vorhaben und Ziele unseres Verbands. Auch für seine Unterstützung möchten wir uns herzlich bedanken und hoffen auch in Zukunft auf seine Kompetenz zurückgreifen zu können.
Für den Länderrat:
Alexandra Klich und Kerstin Burgdorf