Rechenschaftsbericht des Länderrats Januar 2003 bis Februar 2004
Die Regionalisierung innerhalb der DGVT hat sich weiter positiv entwickelt und stellte im Berichtszeitraum einen inzwischen zentralen Aufgabenbereich der DGVT dar. In den meisten Bundesländern existieren stabile regionale Strukturen, die von der Kontinuität und vom Engagement der ehrenamtlich tätigen Landessprecherinnen und Landessprecher getragen werden.
Der Länderrat hat sich im vergangenen Jahr intensiv mit der berufspolitischen Positionierung innerhalb der einzelnen Länder sowie insbesondere der Psychotherapeutenkammern befasst. Dabei standen das Aufgreifen landesbezogener politischer Entwicklungen, die Erarbeitung eigener berufs-
politischer Standpunkte sowie die Mitarbeit bei der Formulierung von Kammerordnungen (Kammersatzungen, Fortbildungs- und Berufsordnungen) im Vordergrund.
Einen wichtigen Bereich der Arbeit des Länderrats stellte die Aufstellung von KandidatInnen für die Wahlen zu den Landespsychotherapeutenkammern in Bayern, Schleswig-Holstein und im Saarland dar. Die DGVT konnte in allen drei Landeskammern Delegierte platzieren.
Ein weiteres Ziel war die Intensivierung der inhaltlichen Vernetzung der DGVT-Gremien untereinander. Die Zusammenarbeit mit der Aus- und Weiterbildungskommission (AWK) und der Qualitätssicherungskommission (QSK) konnte mit den vom Länderrat veranstalteten Dialogforen erfolgreich vorangebracht werden und gestaltete sich als sehr ertragreich.
Bestehen bleibt der Wunsch des Länderrats, die Anzahl der engagierten Mitglieder insbesondere in den ostdeutschen Bundesländern zu erhöhen. Hierfür sind Initiativen in Planung.
Besonderer Dank geht an alle LandessprecherInnen, die sich intensiv für die Belange des Länderrats eingesetzt haben sowie sich in den Psychotherapeutenkammern engagiert haben. Das Amt des Länderratssprechers hatte wie schon im Vorjahr Jürgen Kuhlmann übernommen. Von Seiten des Vorstands der DGVT wurde die Länderratsarbeit von Heiner Vogel begleitet. Der Länderrat möchte sich an dieser Stelle bei beiden für ihr Engagement bedanken. Dank geht auch an Kerstin Burgdorf, in der Geschäftsstelle der DGVT zuständige Referentin für Regionalisierung.
Länderratstreffen
Treffen des Länderrats fanden am 27. März 2003 in Tübingen im Rahmen der Workshop-Tagung, am 21. September 2003 in Berlin im Rahmen des Dialogforums zur Fort- und Weiterbildung sowie am 15. November 2003 beim Intergremientreffen in Magdeburg statt.
Dialogforen des Länderrats
Dialogforum zur Qualitätssicherung am 18./19.6.2003 in Darmstadt
Mit dem 1. Dialogforum konnte der Wunsch des Länderrats verwirklicht werden, einen gemeinsamen themenbezogenen Diskurs der DGVT-Kommissionen und der DGVT-Fachgruppen zu institutionalisieren. Das Thema Qualitätssicherung nimmt auf Kammerebene derzeit einen großen Stellenwert ein (Stichworte: GMG; TK-Modell), so dass die DGVT-Delegierten Bedarf für einen Wissensaustausch hatten. Vertreter von AWK, QSK und der Fachgruppe Angestellte und Beamte beteiligten sich mit Referaten zum aktuellen Stand zu Fragen der Qualitätssicherung.
Beim Dialogforum wurde eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich unter der Leitung von Heinz Liebeck und Anke Teschner in den letzten Monaten mit der Erstellung eines aktuellen DGVT-Papiers zur Qualitätssicherung befasst hat. Das Ergebnis wird in den nächsten Wochen veröffentlicht werden.
Dialogforum zur Fort- und Weiterbildung am 20./21.9.2003 im ABZ Berlin
Mit Fragen der Fort- und Weiterbildung, insbesondere der Erarbeitung von Fortbildungsordnungen der einzelnen Landeskammern, beschäftigte sich der Länderrat im vergangenen Jahr ausführlich. Anhand der im Juni 2003 verabschiedeten Fortbildungsordnung der Berliner Landeskammer konnten die den gesamten Berufsstand betreffenden Fragen exemplarisch diskutiert werden.
Wie schon beim 1. Dialogforum nahmen wieder Vertreter von AWK, QSK und der Fachgruppen der DGVT teil und diskutierten die Frage des Regelungsbedarfs für den Bereich der beruflichen Fort- und Weiterbildung der PP und KJP, die Frage der Zuständigkeit für die Anerkennung bzw. Begutachtung einzelner Fortbildungsveranstaltungen sowie Fragen der Finanzierung des neu zu regelnden Bereichs.
Im Nachgang wurden folgende DGVT-Stellungnahmen zum Thema veröffentlicht (in Rosa Beilage sowie auf der Homepage der DGVT): Stellungnahme zur Fortbildungsordnung der Psychotherapeutenkammer Berlin (Armin Kuhr, Günter Ruggaber), Fortbildung als Mittel der Qualitätssicherung - Leitfragen zur Entwicklung von Fortbildungsordnungen der Kammern (Johannes Broil), Fortbildungsordnungen der Psychotherapeutenkammern und Nachweisverpflichtungen: Zielsetzungen und sachgerechte Umsetzung (Heiner Vogel).
Wahlen der Landespsychotherapeutenkammern
Bayern
Die Wahlen zur Psychotherapeutenkammer Bayern fanden im Februar 2003 statt. Kandidiert hatten im Rahmen des Wahlbündnisses "Gemeinsame Liste" 9 DGVT-KandidatInnen, davon 3 für den Bereich KiJu. Gewählt in die Delegiertenversammlung wurden Rudi Merod und Heiner Vogel. Bei den Wahlen des Kammervorstands wurde Heiner Vogel zum Beisitzer gewählt.
Schleswig-Holstein
Vgl. unten Aktivitäten der Landesgruppe Schleswig-Holstein.
Saarland
Im Saarland fand im November die Wahl zur Landeskammer statt. Auf der DGVT-eigenen Liste "Verhaltenstherapie" kandidierten sechs Kandidaten. Auch im Saarland informierte eine von der Geschäftsstelle produzierte DGVT-Wahl-Broschüre über die Ziele der DGVT-Kandidaten für die zukünftige Arbeit in der Kammer.
In die Psychotherapeutenkammer des Saarlands gewählt wurden Raimund Metzger (Landessprecher) und Bernd Keßler.
Landesgruppentreffen
Die einzelnen Landesgruppen berichteten im vergangenen Jahr wie gewohnt intensiv in VPP, Rosa Beilage sowie über die DGVT-Homepage von ihren Aktivitäten. Exemplarisch dargestellt werden sollen folgende Landesgruppen-Veranstaltungen:
DGVT-Aktivitäten der Landesgruppe Nordrhein-Westfalen
- Im Rahmen des Landesgruppentreffens im Juni 2003 wurde eine von Johannes Broil organisierte Fortbildungsveranstaltung zum Thema "Therapeutische und pädagogische Hilfen für Jungen, die von sexuellem Missbrauch betroffen sind, im institutionellen Rahmen der Jugendhilfe" angeboten. Ziel war es, mit der Verbindung von Berufspolitischem und beruflicher Fortbildung, Landesgruppentreffen attraktiv zu gestalten, um damit mehr Mitglieder ansprechen zu können. Weitere Veranstaltungen dieser Art sind in Planung.
- Anlässlich der von der Landesregierung NRW beabsichtigten Kürzungen der Landeszuschüsse für Beratungsstellen in freier Trägerschaft wandte sich die DGVT-Landesgruppe NRW mit einem Schreiben an die Landesregierung, an die betreffenden Ministerien und an alle Landtags-Fraktionen. Die Reaktionen aus der Landespolitik auf unser Schreiben wurden z.T. auf unserer Homepage und in der Rosa Beilage veröffentlicht. Ebenfalls wurde eine DGVT-Presseerklärung zum Thema herausgegeben.
- Im November 2003 hat die Landesgruppe NRW eine Klausurtagung veranstaltet. Themen waren kammerrelevante berufspolitische Fragen.
Sachsen
Mit der Veranstaltungsreihe "Psychotherapie in der Psychiatrie" konnte der neue DGVT-Landessprecher in Sachsen, Daniel Surall, eine große Zahl an Mitgliedern und Intreressierten ansprechen. In Kooperation mit der Universität Leipzig finden im regelmäßigen (zweimonatlichen) Abstand Vorträge und Workshops statt, die jeweils von einem namhaften Referenten angeboten werden.
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe hat auch ein gut besuchtes Landesgruppentreffen stattfinden können. Ziel ist es, die Landesgruppenarbeit zu fördern und Mitgliedern sowohl Fortbildungsmöglichkeiten anzubieten als auch berufspolitische Angebote zu machen.
DGVT-Aktivitäten in Schleswig-Holstein 2003
Nachfolgend ein ausführlicher Rechenschaftsbericht der Landesgruppe Schleswig-Holstein
Am 5.4.03 fand in der Medizinisch-psychosomatischen Klinik in Bad Bramstedt die regionale Mitgliederversammlung in 2003 statt. Bis zu diesem Zeitpunkt waren Detlef Deutschmann und Bernd Schäfer vom DGVT-Bundesvorstand benannte Landessprecher. Beide kandidierten für die Wahl der Landessprecher und wurden auf der Mitgliederversammlung für zwei Jahre gewählt. Hier wurde auch eine Geschäftsordnung für die Regionale Mitgliederversammlung verabschiedet.
Inhaltlicher Schwerpunkt auf dieser Mitgliederversammlung war die Vorstellung unseres Wahlprogrammes für die Wahl zur ersten Kammerversammlung in Schleswig-Holstein. Die Vorbereitungen dieser Wahl prägten auch die Arbeit der Landesgruppe über das gesamte Jahr hinweg. Hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang die Arbeit von Detlef Deutschmann im Errichtungsausschuss zur Psychotherapeutenkammer. Dieses vom Ministerium ernannte Gremium war beauftragt, die Wahlen zur Psychotherapeutenkammer vorzubereiten, und Detlef Deutschmann vertrat in diesem Gremium, und hier insbesondere im Haushalts- und Finanzausschuss, die DGVT-Positionen. Da wir hinsichtlich Kostengestaltung und Transparenz in der zukünftigen Psychotherapeutenkammer meist Minderheitenpositionen vertraten, waren die "Nehmerqualitäten" von Detlef Deutschmann besonders gefragt.
Der aktive Teil der Landesgruppe traf sich in 2003 insgesamt sieben Mal. Fünf dieser Treffen fanden im ersten Halbjahr statt und dienten in erster Linie der inhaltlichen und der personellen Positionierung der DGVT für die Wahl zur Psychotherapeutenkammer. Für die DGVT kandidierten insgesamt fünf KandidatInnen und bildeten zusammen mit drei KandidatInnen der "Freien Liste" ein Wahlbündnis. Am 18.2.03 veranstaltete die DGVT eine gut besuchte Informationsveranstaltung zur Wahl der Psychotherapeutenkammer in Lübeck. Darüber hinaus rundeten diverse Rundbriefe, ein
Thesenpapier, regelmäßige Veröffentlichungen unserer inhaltlichen Positionen und unserer Sichtweisen von der Arbeit des Errichtungsausschusses sowie mehrere kleinere Informationsrunden unsere Wahlkampfaktivitäten ab. Bei den Kammerwahlen im Frühsommer 2003 wurde dann Detlef Deutschmann in die Kammerversammlung gewählt. Die anderen KandidatInnen scheiterten z.T. äußerst knapp. Ihr hoher Stimmenanteil macht jedoch deutlich, dass die DGVT-Positionen weit über den Kreis der DGVT-Mitglieder hinaus Zustimmung gefunden haben.
In zwei weiteren Landesgruppentreffen im zweiten Halbjahr 2003 wurde dann über Konsequenzen aus der Kammerwahl beratschlagt sowie die Landesgruppenarbeit für 2004 geplant. Neben der Mitarbeit in der Kammerversammlung und deren kritischer Begleitung sollen dabei v.a. auch die DGVT-Mitglieder ohne Approbation, die ca. 60% der Mitgliedschaft in Schleswig-Holstein ausmachen, stärker als bisher in den Fokus der Aufmerksamkeit rücken. Leider sind in 2003 wiederholte Aufrufe an diese Mitglieder ohne nennenswerte Reaktion geblieben.
In 2003 nahm meist einer der Landessprecher an verschiedenen Veranstaltungen des Bundesverbandes teil. Es war dies zunächst die Workshoptagung vom 26.-29.03.03 in Tübingen, in deren Rahmen die Bundesmitgliederversammlung stattfand, der Länderrat tagte, sowie an einem Informationsstand über die Regionalisierung mitgewirkt wurde. Dann erfolgte vom 19.-20.7.03 die Teilnahme an einem Dialogforum zum Thema "Qualitätssicherung" in Darmstadt sowie vom 14.-16.11.03 am Intergremientreffen der DGVT in Magdeburg.
Der Landesgruppe Schleswig-Holstein standen im vergangenen Jahr 1.302,47 € als Etat zur Verfügung. Der Aufwand für die o.g. Aktivitäten belief sich jedoch auf ca. 1.850 €. Erklären lässt sich das Defizit durch die Wahlkampfkosten und hier v.a. durch die Kosten für die Herstellung einer Wahlkampfbroschüre. Dieses Defizit hält sich im Rahmen des "Normalen" für eine Landesgruppe, die einen Wahlkampf zu bestreiten hatte, und wird über einen "Länderfinanzausgleich" durch die Landesgruppen ausgeglichen, die keine Kammerwahlen in 2003 hatten.
Detlef Deutschmann und Bernd Schäfer
DGVT-LandessprecherInnen
2003 konnten folgende Landessprecher neu für die DGVT-Landesgruppenarbeit gewonnen werden:
Landesgruppe Hessen: Ingo Freienstein und Hans-Peter Roggensack
Landesgruppe NRW: Johannes Broil
Landesgruppe Sachsen: Daniel Surall
Nicht mehr kandidiert hat Silke Barbara Wessendorf als DGVT-Landessprecherin in Berlin. Der Länderrat bedankt sich für ihr mehrjähriges Engagement um die Landesgruppe und hofft, sie in näherer Zukunft wieder in den eigenen Reihen begrüßen zu können.
Bundespsychotherapeutenkammer
1. Deutscher Psychotherapeutentag in Berlin
Bei der Gründung der Bundespsychotherapeutenkammer am 17.5.2003 in Berlin war die DGVT mit ihren Delegierten sowie Ersatzdelegierten vertreten: Jürgen Kuhlmann, Veronika Mähler-Dienstuhl, Wilfried Schaeben, Wolfgang Schreck und Heiner Vogel.
Als eine der StellvertreterInnen der Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen für den Länderrat der BPtK wurde Veronika Mähler-Dienstuhl gewählt.
Zum stellvertretenden Versammlungsleiter für die nächsten vier Jahre wurde Wolfgang Schreck gewählt.
Ein ausführlicher Bericht findet sich in der Rosa Beilage 3/2003.
2. Deutscher Psychotherapeutentag in Düsseldorf
Beim 2. Dt. Psychotherapeutentag standen neben berufspolitischen Themen v.a. personale Entscheidungen bei der Besetzung der Ausschüsse der Bundespsychotherapeutenkammer an.
Die DGVT-Delegierten konnten erfolgreich eine Resolution gegen die Haushaltskürzungen im Bereich der Erziehungs- und Familienberatungsstellen einbringen, die anschließend auf der Homepage der BPtK und der Landeskammern veröffentlicht wurde.
Ein Antrag der DGVT-Delegierten, ein Meinungsbild über die sich im nächsten Jahr abzeichnende Beitragserhöhung pro Kammer-Mitgliedschaft zu erstellen, wurde abgelehnt.
Bei der Besetzung der Ausschüsse der BPtK konnten sich DGVT-Vertreter gut platzieren:
KJP-Ausschuss: Michael Borg-Laufs
Ausschuss Psychotherapie in Institutionen: Veronika Mähler-Dienstuhl, Heiner Vogel
Ostdeutsche Psychotherapeutenkammer
Die DGVT-Initiative zur Gründung einer länderübergreifenden Psychotherapeutenkammer im Jahr 2000 wurde im vergangenen Jahr von den Kammervorbereitungsgruppen aufgegriffen und erfolgreich mit den Landesministerien verhandelt. An den Vorbereitungen zur Gründung der Ostdeutschen Psychotherapeutenkammer ist die DGVT mit Karen Teichmann (Leipzig) und Friedemann Belz (Neuruppin) im Satzungs-Ausschuss beteiligt.
Ein von der DGVT formulierter Satzungsentwurf wurde durch Karen Teichmann in den Errichtungsausschuss der Ostdeutschen PTK eingebracht. Teile davon wurden vom Satzungs-Ausschuss übernommen. Eine uns wichtige Passage zur Aufnahme von sich in der Ausbildung Befindenden KollegInnen als außerordentliche Kammermitglieder konnte bislang noch nicht durchgesetzt werden.
Der Länderrat setzt sich dafür ein, bei den im nächsten Jahr anstehenden Wahlen zur Ostdeutschen Psychotherapeutenkammer eine angemessene Beteiligung von DGVT-Mitgliedern in der Delegiertenversammlung zu errreichen.
Postkarten-Aktion Psychotherapeutenkammer Nord
Mit der Forderung nach einem Zusammenschluss der vier norddeutschen Psychotherapeutenkammern (Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein) hat der Länderrat im Januar 2004 eine Postkarten-Aktion gestartet. Angeschrieben wurden die Approbierten in den vier Bundesländern soweit ihre Adressen über öffentliche Dateien zugänglich waren (KV-Therapeutenregister, Beratungsstellen-, Kliniverzeichnisse etc.). Mit Stand vom 6.3.2004 haben sich annähernd 1300 Approbierte an der Aktion beteiligt.