Rechenschaftsbericht des Vorstandes der DGVT e. V. für das Jahr 2013
Personal – Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Tübinger Geschäftsstelle von DGVT, Akademie und Verlag und in den dezentralen Standorten sowie die große Zahl der ehrenamtlichen Gremienmitglieder sind die Basis für die fachlichen, die verbandspolitischen und die geschäftlichen Erfolge der DGVT. Ihnen allen gebührt unser Dank für den immensen Einsatz und für Leistungen, die häufig deutlich über den üblichen Erwartungen liegen.
In der Geschäftsstelle in Tübingen arbeiten 15 Personen auf 12 Stellen (bezogen auf die DGVT und die Akademie) – zwei Drittel davon in der Sachbearbeitung und ein Drittel in den Fachreferaten. Dazu kommen eine Auszubildende im kaufmännischen Bereich und zwei studentische Mitarbeiterinnen.
Im Verlag arbeiten 4 fest angestellte MitarbeiterInnen auf insgesamt 2 2/3-Stellen; hinzu kommen zwei geringfügig Beschäftigte und eine Honorarkraft.
Das macht deutlich, dass die DGVT nicht nur ein erfolgreicher Fachverband, sondern auch ein respektabler Arbeitgeber ist.
Einen Personalwechsel gab es bei der DGVT-AusbildungsAkademie. Pia Rebmann hat die DGVT zum 31.1.2013 verlassen. Regina Opitz, ihre Nachfolgerin, wurde zur Einarbeitung bereits zum 17.12.2012 eingestellt. Regina Opitz hat Ende des Jahres 2013 aus privaten Gründen ihren Wohnort gewechselt und von daher ihre Tätigkeit bei der DGVT-AusbildungsAkademie wieder aufgegeben. Carolin Schmidt, die bei der DGVT ihre Ausbildung zur Kauffrau für Bürokommunikation gemacht hat, hat bereits ihre Nachfolge angetreten. Außerdem hat Roswitha Bauer ihre Tätigkeit bei der DGVT-AusbildungsAkademie seit dem 1.11.2013 um 15 % aufstockt.
Die vielfältigen Tätigkeiten in der Geschäftsstelle haben uns zudem veranlasst, eine zusätzliche studentische Mitarbeiterin einzustellen. Neben Stephanie Haier, die vorwiegend in der Verwaltung tätig ist, steht seit 8.7.2013 Natalie Schaaf bei Bedarf allen Abteilungen in der Geschäftsstelle zur Verfügung. Zusätzlich verstärkt wurde der Verwaltungsbereich durch die Mitarbeit von Martina Mautner, einer langjährigen Mitarbeiterin, die zuvor das Institut am Bodensee unterstützt hatte. Sie arbeitet mit 70 % in der AusbildungsAkademie und zu 25 % in der DGVT.
Finanzen
Das Jahresergebnis für 2013 liegt uns noch nicht vor, allerdings zeigen die Einnahmen der Mitgliedsbeiträge, die sich Ende Dezember 2013 auf 770.645,00 Euro belaufen, dass sich die Mitgliederzahlen weiterhin positiv entwickeln. Die Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen machen ca. 45% der Gesamterlöse aus; aus diesen Einnahmen müssen wir den Mitglieder-Service und die gesamte politische Arbeit des Vereins finanzieren. Die Mitgliedsbeiträge haben also eine wichtige Funktion für die Absicherung der Vereinsarbeit.
Die wirtschaftlichen Grundlagen der DGVT sind des Weiteren die Einnahmen aus der Fort- und Weiterbildung in Psychotherapie und Beratung sowie die Verkaufserlöse des Verlags. Der Verlag besitzt ein hohes fachliches Ansehen und ist trotz der allgemeinen Verlagskrise nach wie vor wirtschaftlich solide aufgestellt.
Auch der Bereich der Ausbildung entwickelt sich weiterhin erfreulich durch die ausgezeichnete Qualität der fachlichen Arbeit der Ausbildungszentren und durch eine professionelle Positionierung am Markt.
Die Finanzen werden von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ADJUVARIS vom 17. bis 19. Februar 2014 vor Ort in Tübingen begutachtet, die interne Kassenprüfung findet am 7. und 8. März 2014 statt.
Der Vorstand bedankt sich bei allen haupt- und ehrenamtlich Tätigen, die durch ihr sparsames Wirtschaften auf der einen Seite und durch ihr hohes Engagement auf der anderen Seite zu diesem erfreulichen Ergebnis beigetragen haben.
Mitgliederbereich
Auch im Jahr 2013 konnten wir mit der Mitgliederentwicklung zufrieden sein. Der Mitgliederbestand bei der DGVT beläuft sich Ende des Jahres 2013 auf 7.125 Mitglieder; der Altersdurchschnitt beträgt 42,8 Jahre. Im Jahre 2013 gab es 513 Eintritte und 263 Austritte; dies bedeutet einen Zuwachs von 289 Mitgliedern bzw. 4,23 % (der Zuwachs 2012 betrug 5,2 %). Die Ausbildung zum/zur Psychologischen PsychotherapeutIn oder zum/zur Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutIn ist nach wie vor der häufigste Grund, der DGVT beizutreten.
Die steigende Mitgliederzahl schlägt sich auch in der Zunahme der TeilnehmerInnen in den diversen Mailinglisten nieder. Die höchste Steigerung gab es hier bei der Mailingliste der Fachgruppe Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie. Diese Liste besteht aus jeweils zwei Mailinglisten; die sog. „Aktiven“ tauschen sich in einer Mailingliste aus, beschließen dort bestimmte Projekte oder beteiligen sich z. B. an der Beantwortung aufgeworfener Fragen in der zweiten, der allgemeinen Liste. Die Mailinglisten dienen dem Austausch der Mitglieder und werden von Kerstin Burgdorf und Waltraud Deubert begleitet, indem Fragen beantwortet oder aktuelle gesundheits- und berufspolitische Infos oder Informationen zu den jeweiligen diskutierten Themen eingebracht werden.
Folgende Mailinglisten für Mitglieder bestehen derzeit beim DGVT-Fachverband:
altern@dgvt.de = 91 TN
beratung@dgvt.de = 191 TN
diskussion@dgvt.de = 727 TN
fgkiju@dgvt.de = 864 TN
frauen@dgvt.de = 137 TN
migration@dgvt.de = 147 TN
piaag@dgvt.de = 473 TN
inklusion@dgvt.de = 8 TN
DGVT-AusbildungsAkademie
Zum Dezember 2013 stellt sich unsere Ausbildungsakademie wie folgt dar:
Standorte: 19
Ausbildungsgänge: 21 (14 PP, 11 KJP)
Lehrgänge (im Zahlungszeitraum): 69 (45 PP, 24 KJP).
TN (im Zahlungszeitraum): 1486 (PP, KJP)
2013 wurden die zwei satzungsgemäß vorgesehenen Gesellschafterversammlungen durchgeführt, am 16. Mai und am 23. September.
In Berlin fand im Juni 2013 unter der Regie von DGVT und einigen weiteren Verbänden eine große Fachtagung zur Ausbildungspolitik statt. An der Universität Bern verlief sehr erfolgreich die erste Workshop-Tagung für die TeilnehmerInnen des dortigen Masterstudiengangs. Seit Oktober 2013 gibt es das „Bodensee-Institut für Psychotherapie an der Universität Konstanz“, das die Möglichkeit bietet, parallel zur Ausbildung zu promovieren.
Sprecher der Gesellschafter der DGVT-AusbildungsAkademie gGmbH ist inzwischen Alfred Luttermann, der die Nachfolge von Wolfgang Schneider angetreten hat. Alfred Luttermann kandidiert damit bei der nächsten Mitgliederversammlung auch für den erweiterten Vorstand.
Im Jahr 2014 stehen folgende Projekte an: Auf dem Kongress findet ein Symposium von und für PiAs statt, bei dem es vor allem um Alltagsfragen geht. Außerdem wird der PiA-Preis für das beste DGVT-Ausbildungszentrum vergeben.
Die nächste Gesellschafterversammlung der Akademie findet erstmals im Rahmen des Kongresses statt mit dem Ziel, dass die Akademie und der Verein mit seinen Gremien leichter in Kontakt treten können.
Außerdem ist eine interne Akademietagung zur Weiterentwicklung der Curricula geplant, um diese grundsätzlich zu vereinheitlichen und die sozialpolitischen und ethischen Positionen der DGVT besser zu vermitteln.
Verbandsgremien und Kooperation mit anderen Verbänden
Die fach- und gesundheitspolitische Arbeit wird im Verband außer vom Vorstand auch von den sehr aktiven Fachgruppen, den Landesgruppen, den Kommissionen und Delegierten wahrgenommen, die sie in eigenen Rechenschaftsberichten darstellen.
Die LandessprecherInnen organisieren - mit Unterstützung der MitarbeiterInnen in der Geschäftsstelle - in fast allen Bundesländern regelmäßig regionale Mitgliederversammlungen, teilweise mit einem integrierten Fortbildungsangebot.
Kooperation mit anderen Verbänden
Im zurückliegenden Jahr 2013 war die DGVT wie bereits in den Vorjahren in unterschiedlichen Kooperationsstrukturen mit anderen Verbänden/Vereinen engagiert. Diese Kooperation bedeutet die Teilnahme an den jeweiligen Sitzungen, die Mitwirkung an Diskussionen und Entscheidungsprozessen, die häufiger auch via Mailinglisten oder gelegentlich in Telefonkonferenzen erfolgen. Es geht darum, Stellungnahmen abzustimmen oder gemeinsames Handeln zu beschließen, etwa gegenüber der (Fach)Öffentlichkeit, der Politik, den Krankenkassen oder der Kassenärztlichen Vereinigung.
Die DGVT ist stets bemüht, bei all diesen Kooperationen eigene Positionen, entsprechend dem Satzungsauftrag und in der Tradition unserer gesundheitspolitischen Haltungen, einzubringen. Gleichzeitig ist sie aber auch bemüht, die notwendige Flexibilität und den Pragmatismus einzubringen (und von den Partnern einzufordern), um zu einem Konsens zu kommen. Wir sehen darin eine unverzichtbare Voraussetzung für eine Zusammenarbeit, durch die alle Beteiligten profitieren können und mit der letztlich auch die Qualität der psychosozialen und psychotherapeutischen Versorgung gesteigert werden kann. Es hat sich gezeigt, dass bei der großen Zahl der psychotherapeutischen Fach- und Berufsverbände nur das gemeinsame Handeln mit anderen zum Erfolg führt.
Wir berichten regelmäßig über unsere Aktivitäten in der VPP oder der Rosa Beilage, um die Mitglieder darüber zu informieren und um die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass ein Austausch über die Aktivitäten des Vereins und die dabei vertretenen Ziele und Positionen möglich ist.
GK II - Gesprächkreis der Psychotherapeutenverbände
Im Gesprächkreis II sind 34 Berufs- und Fachverbände der Psychologischen PsychotherapeutInnen und Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen sowie der gemischten Verbände (Psychologische PsychotherapeutInnen und Ärztliche PsychotherapeutInnen) vertreten (Stand 2013). Sie haben sich 2013 im März in München und im November in Fulda getroffen.
Auf dem Treffen im März hat man die Verfahrensregeln, die das gemeinsame Handeln der Verbände bestimmt, in Bezug auf die Aufnahme neuer Verbände verändert. Man tauschte sich über die zukünftige Berufsausübung von PsychotherapeutInnen und die Forderungen der psychotherapeutischen AusbildungsteilnehmerInnen aus. Zu dem Thema Ausbildungsreform stellte Prof. Dr. J. Körner seinen Entwurf eines Direktstudiums „Psychotherapie von der Profession her“ vor, dem eine ausführliche Diskussion der verschiedenen Modelle zur Ausbildungsreform folgte. Ein weiteres Thema war die Bewertung des PNP-Vertrages (Psychotherapie-Neurologie-Psyiatrie-Vertrag zwischen AOK-Baden-Württemberg, BKK Bosch, Medi, Freie Liste, DPtV und BVDN). In Anbetracht dessen, dass sich die Entwicklung und der Abschluss von Selektivverträgen auf die gesamte Berufsgruppe der PsychotherapeutInnen auswirken, hatte der GK II bereits 2011 Mindeststandards für die Vertragsgestaltung solcher Verträge vereinbart (siehe hierzu die konsentierten Essentials zur Vertragsgestaltung bei neuen Versorgungsformen, abgedruckt in Rosa Beilage 2/2011).
Auf dem Treffen im November standen folgende Punkte auf der Tagesordnung:
- Die Beteiligung und die jüngsten Entwicklungen an der Leitlinien-Erstellung (siehe hierzu auch den Abschnitt „Mitarbeit an der Entwicklung von Leitlinien)
- Gesundheitspolitische Schwerpunkte nach der Bundestagswahl
- Ausbildungsreform und Forderungen der PsychotherapeutInnen in Ausbildung
- Online-Therapie: Hier wird sich die DGVT an der Organisation einer Fachtagung des GK II in 2014 inhaltlich intensiv einbringen.
Bundesarbeitsgemeinschaft der Ausbildungsträger
In der Bundesarbeitsgemeinschaft der Ausbildungsträger (BAG) ist die DGVT regelmäßig durch Wolfgang Schneider und Günter Ruggaber vertreten. Gemeinsam mit anderen Ausbildungsträgern werden hier Initiativen zu ausbildungspolitischen Rahmenbedingungen abgestimmt und praktische Informationen ausgetauscht.
Aktionsbündnis für Seelische Gesundheit (ABSG)
Das Aktionsbündnis für Seelische Gesundheit ist ein Netzwerk von ca. 30 Verbänden, das diagnoseübergreifend die Förderung der seelischen Gesundheit thematisiert. Es bietet eine Plattform zum Austausch, zur Vernetzung und zur Umsetzung einer bundesweiten Anti-Stigma-Aktion.
Initiiert wurde das Bündnis 2006 von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) gemeinsam mit „Open the doors e. V.“ als Partner des internationalen Anti-Stigma-Programms. Unter dem Leitbild „Für die Menschen. Gegen Ausgrenzung“ setzt sich das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit für die Gleichberechtigung und Integration von Menschen mit psychischen Erkrankungen ein. Das Bündnis will der Öffentlichkeit vermitteln, dass psychische Störungen therapierbare und gerade bei frühzeitiger Behandlung auch heilbare Erkrankungen sind, die jeden von uns treffen können. Es will über die Chancen der Früherkennung und Prävention informieren und Menschen ermuntern, Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Die DGVT hatte 2013 Schwierigkeiten, Delegierte zu finden, die uns bei diesen Treffen vertreten. Wir würden uns freuen, wenn es Interessierte gibt, die an den Aktivitäten des Aktionsbündnisses mitwirken wollen.
Bereits zum siebten Mal koordinierte das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit deutschlandweit die Veranstaltungen und Aktionen rund um den internationalen Tag der seelischen Gesundheit. Der Welttag wurde 1992 durch die World Federation of Mental Health mit Unterstützung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ins Leben gerufen.
Der PARITÄTISCHE
Der PARITÄTISCHE ist einer der sechs Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege. Er ist Dachverband von nahezu 10 000 eigenständigen Organisationen, Einrichtungen und Gruppierungen im Sozial- und Gesundheitsbereich. Die DGVT ist bereits seit den 80er Jahren Mitglied. Das vielfältige Engagement des PARITÄTISCHEN im Sozial- und Gesundheitsbereich ist organisatorisch in verschiedene Fachbereiche gegliedert. Es reicht von der Behindertenhilfe, der Migrationssozialarbeit, über Familien- und Jugendhilfe, den Gesundheitsbereich bis hin zu Europa-Fragen. Die DGVT arbeitet – vertreten durch Waltraud Deubert – im Kreis der überregionalen Mitglieds-organisationen und im Arbeitskreis Soziale Psychiatrie mit. Letzterer erarbeitet Positionen und Stellungnahmen im Bereich Gesundheits- und Sozialpolitik.
2013 standen folgende Themen im Vordergrund
- Gesetz zur Förderung der Prävention
- Richtlinien des GKV-Spitzenverbands zur Pflegebedürftigkeit
- Gesetz zur Regelung der betreuungsrechtlichen Einwilligung in ärztliche Zwangsmaßnahmen
- Armuts- und Reichtumsbericht
- Inklusion
Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e.V. (BVPG)
Die Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e.V. mit Geschäftsstelle in Bonn wurde 1954 gegründet und ist ein gemeinnütziger, politisch und konfessionell unabhängiger Verband. 127 Organisationen sind zurzeit Mitglied der BVPG, darunter vor allem Bundesverbände des Gesundheitswesens (wie z.B. die Bundesärztekammer, die Spitzenverbände der Krankenkassen sowie Verbände der Assistenzberufe im Gesundheitswesen, aber auch Bildungseinrichtungen und Akademien), die einen Arbeitsschwerpunkt im Bereich “Prävention und Gesundheitsförderung“ aufweisen. Die DGVT ist seit März 2008 Mitglied.
Die BVPG setzt sich für die Gesundheitsförderung und die Prävention insgesamt in Deutschland ein. Es geht um die Vernetzung der Partnerorganisationen, die Bündelung von Ressourcen und die langfristige Umsetzung der Konzepte. 2013 wurde die DGVT von Anja Dresenkamp vertreten.
Wie lässt sich die Gesundheit von Männern und Frauen effektiv fördern? Diese Frage stand im Mittelpunkt des 6. gemeinsamen Präventionskongresses des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) und der Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e.V. (BVPG) im Juni 2013. Nun ist die Dokumentation zur Konferenz erschienen.
Am 12. November 2013 veranstaltete die Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e.V. (BVPG) in Kooperation mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund/DGB-Bundesvorstand eine Statuskonferenz zum Thema "Gesundheitsförderung bei Jugendlichen".
Dachverband Deutschsprachiger Psychosenpsychotherapie (DDPP)
Der DDPP ist ein Zusammenschluss von PsychiaterInnen, NervenärztInnen und PsychotherapeutInnen.
Psychiatrie und Psychotherapie wollen künftig bei der Behandlung von Psychose-PatientInnen enger zusammenarbeiten. Deshalb wurde in Berlin im Mai 2012 der „Dachverband Deutschsprachiger PsychosenPsychotherapie“ (DDPP) gegründet. Die DGVT ist – neben vielen anderen Verbänden und Einzelpersonen – Mitglied des Dachverbands und wird von Rudi Merod vertreten.
Hauptanliegen des DDPP ist es, Psychose-PatientInnen verstärkt mit psycho-therapeutischen Methoden zu behandeln. Zwar wird theoretisch längst ein moderner Ansatz vertreten, der der Psychotherapie wesentlich mehr Platz einräumt, doch in der Praxis dominiert nach wie vor die Pharmakotherapie, und das, obwohl die Ergebnisse nicht befriedigend und die Nebenwirkungen beträchtlich sind. Doch auch die PsychotherapeutInnen sind gefordert, denn manche fühlen sich für die Arbeit mit Psychose-PatientInnen nicht ausreichend gerüstet. Deshalb will der Dachverband ein umfangreiches Fortbildungsangebot unterbreiten.
Der Dachverband bringt seine Vorstellungen, die auch empirisch gestützt werden, in die Überarbeitung der Leitlinie „Schizophrenie“ ein, um gesundheitspolitisch bessere Bedingungen für die Betroffenen zu erwirken. Gleichzeitig wird die Versorgungsrealität auf Sinnhaftigkeit hin überprüft und es werden Initiativen zur Verbesserung der Versorgung entwickelt.
Verbandskonferenz der Bundes-Arbeitsgemeinschaft für Familien-Mediation (BAFM)
Die BAFM wurde 1995 gegründet und tagt seitdem zweimal jährlich. Die BAFM ist als interdisziplinäre Organisation an einem Zusammenwirken aller Beteiligten zur weiteren Etablierung und Fundierung von Familien-Mediation interessiert. Die Verbandskonferenz diskutiert gesetzliche Initiativen zur Mediation und bildet ein Forum des Erfahrungsaustausches in der Beratungspraxis.
Für die DGVT nimmt an den Treffen der BAFM Carolin Vogelei teil.
Gesundheits- und fachpolitische Positionen und Initiativen
Zur Reform der Psychotherapieausbildung
Seit vielen Jahren wird in der Psychotherapeutenschaft die Notwendigkeit einer Reform des Psychotherapeutengesetzes diskutiert; ein erster Meilenstein war sicher die Tagung und der zugehörige Tagungsband der DGVT von 2003 (Psychotherapieausbildung – der Stand der Dinge; hrsg. von Ruggaber und Kuhr).
Anlass für die aktuelle Reformdiskussion, die nun auch im Bundesgesundheitsministerium für notwendig gehalten wird, waren die Notwendigkeit zur Neuregelung der Zugangskriterien nach der europaweiten Reform der Studienabschlüsse („Bologna-Reform-Prozess“) sowie die unbezahlte Tätigkeit von AusbildungsteilnehmerInnen während der praktischen Tätigkeit.
Im Hinblick auf den anstehenden Reformbedarf wurde vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) ein Forschungsgutachten in Auftrag gegeben, das 2009 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Auf der Grundlage dieses Gutachtens hat der Deutsche Psychotherapeutentag 2010 einen Beschluss gefasst, die postgraduale Ausbildung beizubehalten und den Masterabschluss zukünftig als Voraussetzung für die Ausübung des neu konzipierten akademischen Heilberufs Psychotherapeut festzulegen. Die Spezialisierung auf die Felder Kinder-/Jugendlichenpsychotherapie und Erwachsenenpsychotherapie sollten im Rahmen einer zweiten Ausbildungsphase erfolgen und ggf. im Anschluss an eine Approbation im Rahmen der Weiterbildung ausgebaut werden können (Y-Modell).
In der Zwischenzeit hat die Diskussion durch die Positionierung des Bundesministeriums für Gesundheit dahingehend eine Wende genommen, dass es jetzt vor allem um die Frage geht, ob ein sog. Direktstudium für die Psychotherapieausbildung die geeignete Perspektive darstellt. Seit dieser Zeit gab es mehrere Fachtagungen (u. a. am 13.6.2013 von der DGVT mitveranstaltet), Positionspapiere von Verbänden und auch Schwerpunkthefte des Psychotherapeutenjournals zur Ausbildungsreform, in denen jeweils die unterschiedlichen Positionen und Modelle von verschiedenen Verbänden und Personen vorgestellt wurden bzw. werden.
In der aktuellen Diskussion zur Ausbildungsreform geht es vorrangig um drei unterschiedliche Konzepte: um die jetzige postgraduale Psychotherapie-Ausbildung, um die sog. Direktausbildung oder auch basale Direktausbildung, die zwingend auch eine anschließende Weiterbildungsphase umfasst und um eine weitere Modellvariante, die an das Jurastudium angelehnte duale Direktausbildung (das sog. Gleiniger-Modell).
In Dortmund haben sich am 3. Oktober 2013 VertreterInnen aller Gremien von DGVT e. V. und DGVT-Berufsverband sowie der AusbildungsAkadmie getroffen, um über eine gemeinsame Positionierung zur derzeit geführten Debatte um die Ausbildungsreform zu beraten. Es wurden die verschiedenen relevanten Teilfragen/Problemstellungen, zunächst jede für sich, diskutiert; im Anschluss wurde eine Positionierung festgelegt. Vor diesem Hintergrund haben wir eine aktuelle Stellungnahme für die Forderungen zur Ausbildungsreform formuliert, die in der VPP 4/13 veröffentlicht wurde.
Für die DGVT und die DGVT-AusbildungsAkademie müssen bestimmte Kriterien erfüllt sein, unabhängig von den verschiedenen Modellen, die derzeit zur Diskussion stehen:
- Ausreichende Sicherstellung der psychotherapeutischen Versorgung insbesondere auch im Kinder- und Jugendlichenbereich
- Lösung der Zugangsprobleme (Bachelor/Master)
- Für die Praktische Tätigkeit im Rahmen der Ausbildung müssen angemessene Vergütungswege gefunden werden
- Im Ausbildungszugang bzw. in der Ausbildung soll weiterhin eine breite Basis an wissenschaftlichen Grundlagenfächern Berücksichtigung finden
- Vergabe der Approbation erst nach ausreichender Vertiefung
- Reformmaßnahmen müssen wissenschaftlich begründet sein und die Reform muss sorgfältig evaluiert werden
- Bundeseinheitliche Standards
- Erhalt der praxisnahen Ausbildung
Mitarbeit an der Entwicklung von Leitlinien
Die DGVT war und ist an der Erarbeitung von mehreren Leitlinien beteiligt. Bereits abgeschlossen wurden die Leitlinien zur Depression(Vertreter waren Thomas Heidenreich und Rudi Merod), die Leitlinie zur Diagnostik und Therapie bipolarer Störungen (Olivier Elmer) sowie von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) die Leitlinie „Zwangsstörungen“ (hier hat uns Armin Kuhr vertreten).
Redaktionell fertig gestellt wurden 2013 die S3-Leitlinie Psychoonkologie (Friederike Schulze), die S3-Leitlinie zur Behandlung von Angststörungen(Vertreter der DGVT ist Heinz Liebeck) und die Leitlinie zu psychischen Störungen im Säuglings-, Kleinkind- und Vorschulalter (S2K) der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, bei der die DGVT von Michael Borg-Laufs vertreten wird.
Rudi Merod vertritt uns außerdem noch bei weiteren Leitlinien im Kinder- und Jugendlichenbereich, die sich in unterschiedlichen Phasen der Fertigstellung befinden.
An den S3 Leitlinien „Screening, Diagnostik und Behandlung von Intoxikation und alkoholbezogenen Störungen“ arbeitet Irmgard Vogt mit. Zum ersten Mal wird es ein Unterkapitel geben zu „Interventionen bei alkoholbezogenen Störungen für alters- und geschlechtsspezifische Populationen“. Irmgard Vogt ist verantwortlich für die Erstellung des Unterkapitels „Schwangere und Frauen“.
Problematisch ist, dass die Daten- und Studienlage im Bereich der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie schwach ist und die Studien meist kein hohes Evidenzniveau haben. Hinzu kommt, dass keine evidenzbasierten Aussagen für Kinder unter acht Jahren gemacht werden können, da es für diese Altersgruppe keine angemessenen Studien gibt. Dieses Problem betrifft alle Leitlinien im Kinder- und Jugendlichenbereich. Hier kann die Forderung nur sein: Möglichst viele Studien bis zur Überarbeitung der Leitlinie in die Wege leiten! Grundsätzlich gilt, dass die S3-Leitlinien eine Gültigkeit von maximal fünf Jahren nach Veröffentlichung haben, so dass eine Überarbeitung regelmäßig erfolgen muss. Natürlich gibt es immer auch die Möglichkeit, die bei der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V.) veröffentlichten Leitlinien zu kommentieren. Diese Kommentare werden bei der nächsten Überarbeitung mit berücksichtigt. Leider wird bisher von dieser Möglichkeit noch zu wenig Gebrauch gemacht.
Am weitesten ist die Entwicklung der Leitlinie „Depression bei Kindern und Jugendlichen“. Hier fehlt nur noch die Zustimmung durch die großen Fachverbände. Vor allem die ärztlichen Verbände tun sich schwer mit der Akzeptanz, da die psychotherapeutische Behandlung zukünftig mehr Bedeutung bekommen wird gegenüber der medikamentösen Behandlung.
Bei der Leitlinie unter dem Titel „Suizidalität und selbstverletzendes Verhalten bei Kindern und Jugendlichen“ hat sich die Gruppe in Untergruppen aufgeteilt, um die beiden Teilbereiche „Suizidalität“ und „nicht-suizidale Selbstverletzungen“ zu bearbeiten. Aufgabe der Untergruppen ist es, sich mit den entsprechenden Forschungsberichten auseinander zu setzen und sie methodisch zu bewerten. Diese Aufgabe wird in den anderen Leitlinienkommissionen durch die „Steuerungsgruppe“ geleistet, in der hier benannten LL-Kommission wird dies unmittelbar von der Konsensgruppe geleistet, da so die Arbeit für die einzelnen Mitglieder reduziert werden konnte.
Die Leitlinie „Nicht-suizidales Selbstverletzendes Verhalten“ ist konsentiert und liegt den Verbänden vor, die Leitlinie „Suizidalität“ ist weitestgehend abgeschlossen.
Die nächste Leitlinie beschäftigt sich mit der „Diagnostik von Autismus-Spektrum-Störungen“ und zwar sowohl im Kinder- und Jugendlichen- wie auch im Erwachsenenbereich. Hier besteht eine Steuerungsgruppe, die die bestehenden (internationalen) Leitlinien sichtet, und vergleicht. Sie soll auch aktuelle Forschungsliteratur zusammentragen, sichten und auf ihr Evidenzniveau einschätzen. Parallel dazu werden dann die Leitfragen sowie die Kernaussagen zusammengetragen und auch schon erste Textentwürfe zusammengestellt.
Eine weitere Leitlinienkommission, denen Rudi Merod angehört, beschäftigt sich mit der „Schizophrenie“. Gerade in dieser Kommission ist eine enge Zusammenarbeit mit dem Fachverband für Psychosenpsychotherapie (DDPP, s.o.) sehr hilfreich, weil auch dort einiges erarbeitet wird: Beispielsweise wird versucht, Fragen zu klären wie „Was ist eigentlich unter dem Begriff der Psychosenpsychotherapie zu verstehen? oder „Welche Berufsgruppen sind zu integrieren?“ usw.
Die neueste Anfrage zur Mitarbeit in einer Leitlinienkommission hat uns im September 2013 erreicht zur Diagnostik und Behandlung des Depersonalisations-Derealisationssyndroms. Hier werden wir vertreten von Thomas Heidenreich und als Stellvertreter ebenfalls von Rudi Merod.
Positioniert hat sich die DGVT als Fachverband 2013 darüber hinaus in Stellungnahmen:
- Gesetz zur Förderung der Prävention
- Patientenrechtegesetz
- Zusammenhang von Armut und Gesundheit
- 14. Kinder- und Jugendbericht
- Kommentar zum DSM V
- Im Vorfeld der Bundestagswahl 2013 haben wir die Parteien ausführlich zu ihren gesundheits- und sozialpolitischen Vorstellungen befragt.
Der geschäftsführende Vorstand:
Rudi Merod, Wolfgang Schreck, Heiner Vogel