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VPP 1/2016

Rechenschaftsbericht des Vorstandes der DGVT e. V. für das Jahr 2015

28. Januar 2016
 

Der Rechenschaftsbericht des Vorstandes wird – wie in den zurück liegenden Jahren - in mehrere Abschnitte unterteilt. Der Vorstand ist neben diesen thematisch einzugrenzenden Aufgabenbereichen entsprechend dem Satzungsauftrag auch für die Entwicklung und Weiterführung der DGVT-Politik und damit auch der DGVT-Identität zuständig. Dies erfolgt in enger Zusammenarbeit und ständiger Abstimmung mit den übrigen DGVT-Gremien. Hierzu wurden auch im vergangenen Jahr wiederum Intergremientreffen und themenspezifische Tagungen ausgerichtet (z.B. zur Ausbildungsreform).

Eine weitere Vorbemerkung ist uns wichtig: Die DGVT hat über die Jahre hinweg – wie wir häufig feststellen – die Größe eines mittleren Unternehmens erreicht. Für einen gemeinnützigen Verein stellt das eine erhebliche Herausforderung dar. Wir haben vor diesem Hintergrund bereits vor Jahren begonnen, Verantwortungsbereiche und Strukturen stärker zu gliedern. Dies geschah, um innerhalb der „DGVT-Familie“ eine nachvollziehbare Zuordnung von Kompetenzfeldern, Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten zu entwickeln und zu etablieren. Aktuell umfasst die DGVT-Familie folgende definierte Bausteine:

  • Die DGVT ist im Kern seit bald 50 Jahren ein gemeinnütziger Verein, der sich der Förderung der Verhaltenstherapie, der gemeindenahen psychosozialen und psychotherapeutischen Versorgung und der teilnehmerorientierten Psychotherapie-/Verhaltenstherapie­aus­bildung verschrieben hat. Zu diesem Zweck haben wir die satzungsgemäßen Kommissionen und verschiedene Fachgruppen, in denen die zahlreichen anstehenden Themen beraten werden. Dazu gehören seit über 10 Jahren auch die Landesgruppen, deren SprecherInnen sich ebenfalls engagiert in die DGVT einbringen.
  • Die DGVT-Fort- und Weiterbildung ist wesentlicher Bestandteil der Fachgesellschaft DGVT. Sie bietet entsprechend unserem Satzungsauftrag unterschiedliche Qualifizierungen im Rahmen der modernen Verhaltenstherapie.
  • Der DGVT-Verlag ist ein wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb der DGVT. Hier werden die beiden DGVT-Mitgliederzeitschriften (VPP, VT-KJ) verlegt und der Verlag bietet darüber hinaus ein reichhaltiges Buchprogramm zu günstigen Bedingungen, insbesondere für Vereinsmitglieder.
  • Die Gründung der DGVT-Ausbildungsakademie als gemeinnützige Gesellschaft vor sieben Jahren bietet der DGVT die Chance, die über viele Jahre gewachsene Kompetenz im Ausbildungsbereich satzungsgemäß umzusetzen. Die Akademie bietet andererseits den beteiligten Ausbildungszentren die notwendige Eigenständigkeit bzw. Unabhängigkeit, um  in den Instituten die eigenen Belange fachlich zu regeln. Positionen und Diskussionen zum Thema Ausbildung werden von der DGVT insofern auch immer in enger Abstimmung mit der Akademie erarbeitet.
  • Die Gründung des eigenständigen DGVT-Berufsverbandes Psychosozialer Berufe (DGVT-BV) vor vier Jahren, der satzungsmäßig eng mit der DGVT verflochten ist und sich inzwischen etabliert hat, bietet den DGVT-Mitgliedern die Chance, berufspolitische Positionierungen und Forderungen in einem DGVT-Berufsverband zu verwirklichen und umzusetzen. Darüber hinaus erhalten sie im DGVT-BV eine Vielzahl von Serviceangeboten, die der eigenen Qualifizierung und der Unterstützung in beruflichen Belangen dienen – sowohl als Angestellter als auch im Rahmen der Niederlassung als PsychotherapeutIn.

Die Zusammenarbeit in unserer DGVT-Familie hat sich inzwischen gut eingespielt, stellt aber auch eine kontinuierliche Herausforderung dar, damit sie sich nicht im Alltagsgeschäft und in Routinen erschöpft. In einem Fachgespräch am Rande der Workshoptagung Tübingen im März 2015 haben wir dies thematisiert und die weitere Entwicklung der gemeinsamen Identität(en) beraten, die sodann im Intergremientreffen im Dezember fortgesetzt wurde.

Gesundheits- und fachpolitische Positionen und Initiativen

Die fach- und gesundheitspolitische Arbeit wird im Verband außer vom Vorstand auch von  den Kommissionen, Delegierten, den aktiven Fachgruppen und den Landesgruppen wahrgenommen, die sie in eigenen Rechenschaftsberichten darstellen.

Die LandessprecherInnen organisieren - mit Unterstützung der MitarbeiterInnen in der Geschäftsstelle - in fast allen Bundesländern regelmäßig regionale Mitgliederversamm­lungen, teilweise mit einem integrierten Fortbildungsangebot. Die LändervertreterInnen berichten regelmäßig in der VPP bzw. der Rosa Beilage über ihre Aktivitäten. Zusätzlich gibt es zumeist landesbezogene Rundschreiben und regionale Mitgliederversammlungen. Die DGVT-VertreterInnen bringen in die „Landespolitik“, d.h. in die Verbände-Gespräche auf Landesebene und die Wahlkämpfe im Zusammenhang mit Psychotherapeutenkammerwahlen und KV-Wahlen, die gesundheits- und sozialpolitischen Positionen der DGVT ein, so wie sie für die regionale Situation von den LandessprecherInnen für zweckmäßig erachtet werden. Stichworte sind hier: Einsatz für eine differenzierte und gemeindenahe psychosoziale Versorgung in den verschiedenen Versorgungsfeldern, Vertretung der AusbildungsteilnehmerInnen bei den Psychotherapeutenkammern, Vertretung von PatientInnen-/KlientInneninteressen, Einsatz für günstige Kammerbeiträge u.a. Insbesondere ist es für die DGVT dort immer wieder ein Anliegen, die Interessen der angestellten KollegInnen im Konzert der PsychotherapeutInnenverbände zur Sprache zu bringen und die institutionelle Psychotherapie und die angestellten PsychotherapeutInnen besser zu positionieren. Von wachsender Bedeutung für die öffentliche Wahrnehmung der Psychotherapie in der Gesundheitspolitik sind die Psychotherapeutenkammern auf Landesebene und die Bundespsychotherapeutenkammer. Die DGVT hat hier – gemeinsam mit dem DGVT-BV – inzwischen eine überwiegend gute Positionierung erreicht. Beim vorletzten Deutschen Psychotherapeutentag (DPT) konnten endlich mit Wolfgang Schreck und Andrea Benecke auch zwei langjährige DGVT-Vertreter in den Vorstand der Bundespsychotherapeutenkammer (als Beisitzer) gewählt werden; bei den Wahlen zu den Ausschüssen der Bundeskammer beim letzten DPT sind DGVT-Vertreter ebenfalls gut vertreten. So fungiert Heiner Vogel als langjähriger Sprecher im BPtK-Ausschuss Psychotherapie in Institutionen und auch als Sprecher im Redaktionsteam des Psychotherapeutenjournals. Auch auf der Ebene der Landeskammern bzw. in den Landeskammervorständen und in den weiteren Kammergremien sind unsere Vertreter, entsprechend den durchweg sehr zufriedenstellenden Wahlergebnissen häufig beteiligt. Diese erfreuliche Entwicklung ist wichtig und hilfreich, damit verbandsinterne Diskussionen und Positionen auch ihre Fortsetzung in den Gremien der Kammern finden.

Unsere Positionierungen im Bereich der ambulanten Psychotherapie sind noch ausbaufähig. Während der DGVT-BV insbesondere die Vertretung in den Gremien der Kassenärztlichen Vereinigungen – insbesondere bei den KV-Wahlen, die in diesem Jahr anstehen – in den Blick nimmt, beginnen wir in der DGVT damit, die fachliche Diskussion von Themen und Anforderungen der ambulanten Psychotherapie voranzutreiben. Fachliche Stellungnahmen zu Gesetzesvorhaben erfolgen bereits häufig und wir nehmen auch an den entsprechenden Diskursen im Kreis der Verbände oder der Kammern teil, allerdings wird dies bei den Mitgliedern oft nicht genügend wahrgenommen.

Mitarbeit an der Entwicklung von Leitlinien

Die DGVT war und ist an der Erarbeitung von mehreren Leitlinien beteiligt. Durch die Leitlinien sollen die Behandlungen der Patienten evidenz-basiert durchgeführt werden und sich insgesamt verbessern. Gleichzeitig soll damit die Effizienz im Gesundheitssystem erhöht werden, indem mittelfristig nicht oder schlechter wirksame Methoden nicht mehr angewendet werden sollen. Gleichzeitig zeigen die Leitlinienentwicklungen auch Bereiche auf, in denen unser Wissen noch mangelhaft und weitere Forschung notwendig ist.

Rudi Merod vertritt uns häufig bei Leitlinien im Kinder- und Jugendlichen- sowie im Erwachsenenbereich, die sich in unterschiedlichen Phasen der Fertigstellung befinden.

Problematisch bei der Entwicklung von Leitlinien im Kinder- und Jugendlichenbereich ist, dass die Daten- und Studienlage im Bereich der Kinder- und Jugendlichenpsychothera­pie schwach ist und die Studien meist kein hohes Evidenzniveau aufweisen. Hinzu kommt, dass keine evidenzbasierten Aussagen für Kinder unter acht Jahren gemacht werden können, da es für diese Altersgruppe keine angemessenen Studien gibt. Dieses Problem wirkt sich auf alle Leitlinien im Kinder- und Jugendlichenbereich sehr stark aus. Hier kann die Forderung nur sein: Es sollen möglichst viele Studien bis zur Überarbeitung der Leitlinie in die Wege geleitet werden! Grundsätzlich gilt, dass die S3-Leitlinien eine Gültigkeit von maximal fünf Jahren nach Veröffentlichung haben, so dass eine Überarbeitung regelmäßig erfolgen muss. Dadurch können Leitlinien immer den aktuellen Wissensstand aufzeigen und gleichzeitig Forschungsaktivitäten anregen. Die Leitlinien werden von Vertretern der verschiedenen Verbände konsentiert und haben damit eine hohe Verbindlichkeit. Natürlich gibt es immer auch die Möglichkeit, die bei der AWMF (Arbeitsgemein­schaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V.) veröffentlichten Leitlinien zu kommentieren. Diese Kommentare werden bei der nächsten Überarbeitung mit berücksichtigt. Leider wird bisher von dieser Möglichkeit noch zu wenig Gebrauch gemacht.

Beendet ist die Entwicklung der Leitlinie „Depression bei Kindern und Jugendlichen. Diese ist konsentiert, und wurde erst kürzlich auf der Homepage der AWMF veröffentlicht. Die Gründe für diese Verzögerung liegen darin, dass einige Personen (vor allem ärztliche) mit den Formulierungen der Texte noch unzufrieden waren, da sie den Eindruck hatten, die Psychotherapie würde zu positiv dargestellt. Gleichzeitig legten sie keine eigenständigen Formulierungen vor, denn diese hätten keine Evidenz aufweisen können und wären dann auch nicht konsensfähig gewesen. Es schien sich um eine gezielte Verzöge­rungstaktik zu handeln, um ständische Interessen zu wahren.

Bei der Leitlinie unter dem Titel „Suizidalität und selbstverletzendes Verhalten bei Kindern und Jugendlichen hat sich die Gruppe in Untergruppen aufgeteilt, um die beiden Teilbereiche „Suizidalität“ und „nicht-suizidale Selbstverletzungen“ zu bearbeiten. Aufgabe der Untergruppen ist es, sich mit den entsprechenden Forschungsberichten auseinanderzu­setzen und sie methodisch zu bewerten. Diese Aufgabe wird in den anderen Leitlinienkommissionen durch die „Steuerungsgruppe“ geleistet, in der hier benannten LL-Kom­mission wird dies unmittelbar von der Konsensgruppe geleistet, da so die Arbeit für die einzelnen Mitglieder reduziert werden konnte.

Die Leitlinie „Nicht-suizidales Selbstverletzendes Verhalten“ ist in der Steuerungsgruppe konsentiert und wurde inzwischen veröffentlicht. Die Leitlinie „Suizidalität ist weitestgehend abgeschlossen und ebenfalls konsentiert, es fehlt noch die Konsentierung durch alle relevanten Verbände, um die Leitlinie zu veröffentlichen. Weshalb dies noch nicht geschehen ist, ist nicht nachvollziehbar. Wahrscheinlich liegt auch hier der Grund darin, dass bestimmte Gruppen sich zu wenig beachtet fühlen, gleichzeitig aber die Datenlage eindeutig ist, so dass es sich auch hier in erster Linie um eine standespolitische Verzögerungstaktik handeln dürfte.

Die nächste Leitlinie beschäftigt sich mit der „Diagnostik von Autismus-Spektrum-Störun­gen“, und zwar sowohl im Kinder- und Jugendlichen- wie auch im Erwachsenenbereich. Hier besteht eine Steuerungsgruppe, die die vorhandenen (inter­na­tionalen) Leitlinien sichtet und vergleicht. Sie sollte auch aktuelle For­schungs­literatur zusammentragen, sich­ten und auf ihr Evidenzniveau einschätzen. Parallel dazu wurden dann die Leitfragen sowie die Kernaussagen zusammengetragen und Textentwürfe zusam­mengestellt. Hier existiert mittlerweile ein von der Steuerungsgruppe konsentierter Text. Ein Termin für eine Konsentierung hat auch bereits stattgefunden, was noch fehlt, damit der Text veröffentlicht werden kann, ist eine Kommentierung durch die großen Verbände. Wenn es dabei zu keinen weiteren Verzögerungen kommt, könnte die Leitlinie dieses Jahr veröffentlicht werden. Problematisch könnte werden, dass die analytisch/tiefenpsychologischen Verbände mit der Kommentierung zögern werden, da diese sich wahrscheinlich unterrepräsentiert erleben werden. Grund dafür ist aber, dass es keinerlei aktuelle Forschungsliteratur (also aus den letzten 10 Jahren) gab und auch in den internationalen Leitlinien PA und TP keine Rolle spielen.

Zur Leitlinie „Angst bei Kindern und Jugendliche“ hat sich die Steuerungsgruppe zweimal getroffen, der dritte Termin wurde (auf unbestimmte Zeit) verschoben. Grund hierfür ist, dass mehrere hundert neue Studien bei der Literatursuche gefunden worden sind und es bisher in anderen Ländern noch keine aktuelle Leitlinie dazu gibt, so dass wir nicht auf deren Literatureinschätzung  zurückgreifen können. Bei vielen Leitlinien schauen wir zu­nächst auf die Literatureinschätzung durch das National Institute for Health and Clinical Excellence (NICE) und die dort erarbeiteten Leitlinien, die NICE Leitlinien zeichnen sich durch ein extrem sorgfältiges Vorgehen aus und ersparen damit eine Menge an Sucharbeit. Dadurch ist die Steuerungsgruppe nicht verpflichtet, alle diese Studien auf deren wissenschaftliche Qualität zu sichten und deren Bedeutung für die Leitlinie einzuschätzen. Dies wird sicherlich noch einige Zeit in Anspruch nehmen, da auch die Steuerungsgruppe sich hier in ihren Einschätzungen (Quadas-2-Verfahren) einigen muss. Problematisch bei dem Abgleich mit internationalen Leitlinie stellt natürlich die Tatsache dar, dass es in den unterschiedlichen Ländern unterschiedliche Gesundheitssysteme gibt, so dass die auch in den Leitlinien dargestellte Umsetzung ins konkrete Gesundheitssystem jeweils neu erarbeitet werden muss.

Eine weitere Leitlinienkommission, der Rudi Merod angehört, beschäftigt sich mit der Schizophrenie. Gerade in dieser Kommission ist eine enge Zusammenarbeit mit dem Fachverband für Psychosenpsychotherapie (DDPP) sehr hilfreich, weil auch dort einiges erarbeitet wird, was von großer Bedeutung für die Behandlung dieser Patientengruppe ist. Beispielsweise wird versucht, Fragen zu klären wie „Was ist eigentlich unter dem Begriff der Psychosenpsychotherapie zu verstehen?“  oder „Welche Berufs­gruppen sind zu integrieren?“ usw. Die Leitlinie Depersonalisations-Derealisationssyndrom, die von Seiten der DGVT durch Thomas Heidenreich (stellvertretend Rudi Merod) bearbeitet wurde, ist mittlerweile fertig­gestellt und auf der Homepage der AWMF abrufbar. Neben der DGVT waren an der Ent­wicklung dieser Leitlinie die Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM), das Deutsche Kollegium für Psychosomatische Medi­zin (DKPM), die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN), die Deutsche Psychoanalytische Vereinigung (DPV) und die Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGPs) beteiligt. Die Leitlinie umfasst sowohl Diagnostik als auch Behandlung des deutlich unterdiagnostizierten Depersonalisations-Derealisationssyndroms. Die Leitlinie wird in einer der nächsten VPP-Hefte ausführlich vorgestellt werden.

Die LL Unipolare Depression ist Mitte 2015 überarbeitet worden, da ihre Gültigkeit dann abgelaufen. Die Steuerungsgruppe hat die Konsensusgruppe eingeladen, da­mit die überarbeiteten Empfehlungen konsentiert werden können. Seit Erscheinen der Leitlinie sind viele neue Forschungsergebnisse veröffentlich worden, die eingearbeitet werden mussten. Dabei wurde auch die Erweiterung der Leitlinie abgestimmt, denn es wurden neue Kapitel (Transkulturelle Aspekte depressiven Verhaltens, Behandlungsas­pekte zyklusassoziierter depressiver Störungen bei Frauen) eingefügt. Im Verlauf der Ab­stimmungen gab es einen Konflikt zwischen den Ärzten und den Vertretern der analyti­schen Verbände, ob die Evidenzen nur bei den Pharmaka und nicht auch bei den psy­chotherapeutischen Interventionen benannt werden sollten (beide sind gleich schlecht!). Vertreter der analytischen Verbände wollten unbedingt, dass die Evidenzen zur Psychotherapie nicht in die Emp­fehlungen eingefügt, sondern nur im Hintergrundtext erwähnt werden sollten, da hier ihre Schulenrichtung „schlecht dastehen“ würde. Der Text wurde mittlerweile an alle Verbände gesandt, so dass wir nochmals die Gelegenheit hatten am „Hintergrundtext“ zu feilen. Inzwischen ist der Text veröffentlich.

Die Leitlinie PTSD wird turnusgemäß überarbeitet. Hier hat sich eine Steuerungsgruppe gebildet, an der Rita Rosner für die DGVT teilnimmt (Stellvertreter Rudi Merod) und die Untergruppe „PTSD bei Kindern und Jugendlichen“ leitet. Damit ist gesichert, dass eine leitliniengerechte Behandlung bei Kindern und Jugendlichen angeboten werden wird. Insgesamt arbeitet diese Gruppe sehr effizient und es ist bald mit einer überarbeiteten Version zu rechnen, es sei denn die Schulen versuchen wieder einmal eine Leitlinie zu verzögern.

Die DGVT ist in den meisten Leitlinienkommissionen vertreten, aber noch nicht in allen. Es wäre sinnvoll, wenn sich interessierte Mitglieder in Tübingen melden würden, damit wir in der Zukunft an allen (vor allem auch an Leitlinien zur Behandlung primär somatischer Erkrankungen, bei denen es auch um psychische Belastungen geht) vertreten sein können.

Forschungsförderung

Die DGVT hat für das Jahr 2016 wieder einmal ein Stipendium ausgeschrieben zum Thema „Qualität und Qualitätsförderung von Ausbildungstherapien", um Nachwuchswissenschaftler zu fördern und dem Anspruch des Verbandes im Sinne des Wissenschaftler-Praktiker Modells weiterhin gerecht zu werden

Für den nächsten DGVT-Kongress im März 2016 in der Freien Universität Berlin wird erneut die bereits seit einigen Jahren etablierte Springschool für Promovierende vorbereitet, auch die Poster-Session beim Kongress, die zunehmend mehr Anklang findet, soll dem Austausch mit WissenschaftlerInnen und insbesondere auch NachwuchsforscherInnen dienen und die enge Vernetzung der DGVT mit der Wissenschaft stabilisieren.

Zur Reform der Psychotherapieausbildung

Nach dem Reformbeschluss des Deutschen Psychotherapeutentages vom vergangenen Jahr hat das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) 2015 die Entwicklung einer Approbationsordnung begonnen. Nachdem zunächst ein erster Entwurf für Ende 2015 angekündigt worden war, wurde dessen Vorlage dann auf die erste Jahreshälfte 2016 verschoben. Die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) hat parallel dazu einen umfangreichen „Transitionsprozess“ ins Leben gerufen. Mit verschiedenen ExpertInnen soll dabei zum einen das BMG inhaltlich bei der Entwicklung einer Approbationsordnung unterstützt werden, zum anderen soll die Entwicklung einer Musterweiterbildungsordnung vorangetrieben werden. Der Vorstand freut sich darüber, dass es gelungen ist, mit Günter Ruggaber einen Experten - als Vertreter der Bundesarbeitsgemeinschaft der Ausbildungsträgerverbände - in dieses Gremium zu entsenden. Damit sind die DGVT und ihre Ausbildungsakademie aktiv an der Ausgestaltung einer Ausbildungsreform beteiligt.

Im Rahmen des beschriebenen Transitionsprozesses hat die BPtK 2015 zwei Befragungen unter Fach- und Berufsverbänden durchgeführt, um hieraus inhaltliche Eckpunkte für eine Reform abzuleiten . Die DGVT hat sich hier zusammen mit der Ausbildungsakademie beteiligt und ihre Positionen deutlich gemacht. Dabei haben wir insbesondere unsere Sorgen bezüglich der Auswirkungen der zu erwartenden Qualitätsabsenkung zum Zeitpunkt der Approbationsvergabe deutlich gemacht. PatientInnen sollten sich auch zukünftig darauf verlassen können, dass ein approbierter Psychotherapeut zu psychotherapeutischer Behandlung auch tatsächlich qualifiziert ist. Deshalb fordert die DGVT ausreichende praktische Lehrinhalte in einem zukünftigen Psychotherapiestudium.

Im Oktober 2015 hat die DGVT nach einem ausführlichen vereinsinternen Diskussionsprozess eine differenzierte Position zur Ausgestaltung einer zukünftigen Psychotherapiequalifizierung veröffentlicht (abgedruckt im Supplement zur VPP 4/15 (Rosa Beilage), S. 29 f). Diese soll nun unseren fach- und berufspolitisch Aktiven als Orientierung für eine gemeinsame DGVT-Haltung im Reformprozess dienen. In diesem Sinne werden wir den Reformprozess weiterhin kritisch begleiten und versorgungspolitische Ziele dabei besonders im Blick behalten.

Vor allem im „stationären Bereich“ (Kliniken, Jugendhilfe, aber auch dem universitären Bereich) ist zu befürchten, dass dort zwar Approbierte arbeiten werden, jedoch ohne Fachkundenachweis. Die dann von den Universitäten kommenden Approbierten können unmittelbar (berufsrechtlich) psychotherapeutisch arbeiten, weshalb also sollten Arbeitgeber darauf warten bis diese KollegInnen nach weiteren fünf Jahre eine Weiterbildung abgeschlossen haben? Diese Wartezeit würde nur diese Arbeitsplätze verteuern.

Gemeinsam mit insgesamt 12 Fach- und Berufsverbänden hat die DGVT am 5.11. deshalb auch in einer gemeinsam veranstalteten Fachtagung unter Beteiligung von FachreferentInnen und VertreterInnen aus der Politik ein gemeinsames Positionspapier vorgestellt, in dem Mindestvoraussetzungen für eine vertretbare Reform formuliert worden sind (abgedruckt im Supplement zur VPP 4/15 (Rosa Beilage), S. 32 f).

Stellungnahmen der DGVT

Entsprechend unserem Selbstverständnis begleiten wir kontinuierlich die laufende Gesundheits- und Sozialpolitik und berichten und kommentieren aktuelle Entwicklungen im Supplement zur Mitgliederzeitschrift („Rosa Beilage“). Die Rosa Beilage, und das wird uns inzwischen von vielen Seiten zurückgemeldet, bietet in diesem Sinne eine wertvolle Fundgrube für Neuigkeiten in diesen Feldern, die von Bedeutung für PsychotherapeutInnen und andere psychosoziale Berufe sind und nicht nur von vielen berufs- und fachpolitische engagierten Mitgliedern, sondern auch von vielen anderen Verbänden sehr geschätzt wird. Wir bringen Fragen und Themen, die sich daraus ergeben, regelmäßig in die Kammerpolitik und in die Gespräche mit Verbänden (s.u.) ein und machen sie zur Grundlage für eigene Aktivitäten und Initiativen gegenüber der Politik oder der (Fach-)Öffentlichkeit oder anderen. Die DGVT hat sich als Fachverband in zahlreichen öffentlichen Stellungnahmen zu einer Reihe von anstehenden Themen positioniert:

  • Präventionsgesetz
  • Mehrere Berichte und Kommentare
  • Neue gesetzliche Regelung verschlechtert die psychotherapeutische Versorgung von Flüchtlingen und Asylanten

Die psychotherapeutische und psychosoziale Versorgung von Flüchtlingen und Asylsuchenden, die Opfer von Folter und anderen Formen schwerer Menschenrechtsverletzungen geworden sind, ist im Moment akut bedroht.

26.05.2015

  • Referentenentwurf für ein Gesetz zur Novellierung des Rechts der Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus gemäß § 63 StGB (Maßregelrecht)

Die DGVT begrüßt grundsätzlich den aktuell vorgelegten Referentenentwurf für ein Gesetz zur Novellierung des Rechts der Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus gem. § 63 StGB (Maßregelrecht). Weitere Konkretisierungen und auch inhaltliche Veränderungen am Gesetzestextentwurf sind jedoch erforderlich, um zukünftig dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit besser gerecht zu werden.

17.07.2015

  • Welttag der Suizidprävention am 10. September 2015

Welttag der Suizidprävention rückt ein häufig verdrängtes Thema in den Blickpunkt der Öffentlichkeit.

10.09.2015

  • Internationalen Tag der Seelischen Gesundheit am 10. Oktober 2015

Die WHO hat für 2015 das Thema „Dignity in Mental Health“ ausgegeben und will ein Bewusstsein dafür schaffen, was noch getan werden muss, damit Menschen mit psychischen Erkrankungen überall in Würde leben können.

„Es gibt keine Gesundheit ohne psychische Gesundheit.“ Diese gemeinsame Feststellung aller Gesundheitsminister der Europäischen Union aus dem Jahr 2005 ist unverändert gültig.

08.10.2015

  • Erübrigt ein gutes Palliativgesetz ein Sterbehilfegesetz?

09.11.2015

Gemeinsame Stellungnahmen mit dem DGVT-Berufsverband:

  • Situation der Flüchtlinge in Deutschland und Europa

Gemeinsam Barrieren abbauen - Europa muss Flüchtlingen eine Perspektive bieten statt einen neuen eisernen Vorhang an seinen Außengrenzen zu errichten

Januar 2015

  • Gesetzentwurf zum Versorgungsstärkungsgesetz liegt vor - 6.000 Praxissitze gefährdet

11.02.2015

  • Gesundheitspolitik bedroht die psychotherapeutische Versorgung

Trotz Warnungen von allen Seiten: Starre Regeln im Versorgungsstärkungsgesetz sollen auch für psychotherapeutische Praxen gelten

06.05.2015

  • GKV-Versorgungsstärkungsgesetz (GKV-VSG): Praxisaufkauf-Regelung bedroht 20 % der Psychotherapeuten-Sitze - Noch längere Wartezeiten für PatientInnen

10.06.2015

  • GKV-Versorgungsstärkungsgesetz (GKV-VSG) am 11. Juni im Bundestag beschlossen

Der Bundestag hat am 11. Juni 2015 das Gesetz einschließlich der 57 Änderungsanträge in zweiter und dritter Lesung beschlossen.

DGVT und DGVT-Berufsverband befürchten, dass die positiven Bestandteile des Gesetzes teilweise durch den Abbau von psychotherapeutischen Praxen wieder zunichte gemacht werden.

Sie fordern deshalb nach wie vor, den Abbau von psychotherapeutischen Praxen solange auszusetzen, bis eine neue Bedarfsplanung vorliegt.

19.06.2015

  • Gesetzentwurf für ein Krankenhaus-Struktur-Gesetz (KHSG)

Chancen des Krankenhaus-Strukturgesetzes nutzen - DGVT fordert Berücksichtigung der spezifischen Anforderungen für die Qualität der psychiatrischen und psychosomatischen Versorgung

22.06.2015

  • Verstöße gegen den Datenschutz durch Krankenkassen

Informationsaustausch zwischen Krankenkassen und MDK – DGVT und DGVT-Berufsverband sehen skandalösen Vertrauensbruch zu Lasten der PatientInnen.

21.07.2015

  • Qualität der Gutachten ist entscheidend

Geplante Reform muss den Besonderheiten in der Arbeit von Sachverständigen in familiengerichtlichen Verfahren Rechnung tragen.

31.08.2015

  • Solidarität und Integration neu denken

Der Zustrom von Flüchtlingen verlangt grundlegend neue Ansätze auch in der gesundheitlichen und psychotherapeutischen Versorgung

28.09.2015

  • Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Vorratsdatenspeicherung untergräbt Persönlichkeitsrechte von PatientInnen und die psychotherapeutische Schweigepflicht

Der Bundestag hat am 16.10.2015 das umstrittene Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung verabschiedet. Und nimmt Geheimnisträger wie PsychotherapeutInnen und ÄrztInnen nicht von der Datenerfassung aus.

22.10.2015

  • E-Health-Gesetzentwurf der Bundesregierung

E-Health-Gesetzentwurf berücksichtigt Psychotherapie und die damit einhergehenden speziellen Anforderungen nicht hinreichend.

04.11.2015

  • Internet-Programme auf Rezept sind keine Alternative zur Psychotherapie

DGVT und DGVT-Berufsverband sehen in den Versuchen von Krankenkassen, die vorhandenen, eklatanten Defizite in der ambulanten psychotherapeutischen Versorgung durch online-basierte Selbsthilfeprogramme auf Rezept zu kaschieren, keine Lösung. Aktuell hat die DAK angekündigt, Versicherten mit leichten bis mittelgradigen Depressionen ein Online-Programm (Deprexis) zu verordnen. Aus Sicht von DGVT und DGVT-BV können Online-Programme allenfalls ergänzende Maßnahmen sein, die jedoch Psychotherapie nicht ersetzen.

23.11.2015

Gemeinsame Stellungnahmen mit dem DGVT-Berufsverband und der DGVT-Ausbildungsakademie:

  • Forderungen an eine Überarbeitung des Psychotherapeutengesetzes und der Psychotherapeutenausbildung

Die zukünftige Psychotherapeutenausbildung muss auch nach der Reform in hohem Maße praxisorientiert erfolgen, damit nach Abschluss des Studiums die Erteilung einer Approbation für Heilberufe gerechtfertigt und der über die Approbation zu sichernde Patientenschutz gewährleistet ist.

25.06.2015

  •  Reform des Psychotherapeutengesetzes bzw. der Psychotherapeutenausbildung - Stellungnahme zum aktuellen Stand der Diskussion

Das Psychotherapeutengesetz von 1998 hat durch die Festlegung zu den Berufsausbildungen zwei neue Berufe geschaffen, die im Gesundheitsbereich, national und international, eine hohe Wertschätzung genießen. Das Forschungsgutachten zur Psychotherapieausbildung im Auftrag des Bundesgesundheits-ministeriums aus dem Jahr 2009 hat die hohe strukturelle und fachliche Qualität der Ausbildung, auch aus Sicht der TeilnehmerInnen, eindrucksvoll bestätigt. Die angestrebte Ausbildungsreform muss sich an diesem Maßstab messen lassen.

10.11.2015

Kooperation mit anderen Verbänden

Im zurück liegenden Jahr 2015 war die DGVT wie bereits in den Vorjahren in unter­schiedlichen Kooperationsstrukturen mit anderen Verbänden/Vereinen engagiert. Diese Kooperationen bedeuten die Teilnahme an den jeweiligen Sitzungen, die Mitwirkung an Diskussionen und Entscheidungsprozessen, die häufiger auch via Mailinglisten oder gelegentlich in Telefonkonferenzen erfolgen. Es geht darum, Stellungnahmen abzustimmen oder gemeinsames Handeln zu beschließen, etwa gegenüber der (Fach)Öffentlichkeit, der Politik, den Krankenkassen oder der Kassenärztlichen Vereinigung. Es hat sich gezeigt, dass bei der großen Zahl der psychotherapeutischen Fach- und Berufsverbände nur das gemeinsame Handeln mit anderen zum Erfolg führt. Dabei ist es erforderlich, die eigene Position einzubringen, aber auch eine gewisse Kompromissbereitschaft zu zeigen, um im Sinne der Sache zu einem Konsens zu kommen. Letztlich soll es darum gehen, die Qualität der psychosozialen und psychotherapeutischen Versorgung zu erhalten bzw. zu verbessern. Wir berichten regelmäßig über unsere Aktivitäten in der VPP oder der Rosa Beilage, um die Mitglieder darüber zu informieren und um die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass ein Austausch über die Aktivitäten des Vereins und die dabei vertretenen Ziele und Positionen möglich ist.

Neben dem Gesprächskreis der Psychotherapeutenverbände (GK II) waren Delegierte der DGVT aktiv im Deutschen Dachverband für Beratung, im Paritätischen Wohlfahrtsverband, im Aktionsbündnis Seelische Gesundheit (ABSG), in der Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung (BVPG) e. V., in der Verbandskonferenz der Bundesarbeitsgemeinschaft für Familien-Mediation (BAFM), und in der Bundesarbeitsgemeinschaft der Ausbildungsträger.

 

Psychotherapieausbildung

Die Förderung der Psychotherapieausbildung ist zentraler Satzungszweck der DGVT. Dieser Bereich ist für uns seit vielen Jahren „Kerngeschäft“. Dazu gehört zunächst die fachlich-inhaltlichen Beschäftigung mit der Qualität der Ausbildung und ihrer Weiterentwicklung. Gerade im letzten Jahr stand die Diskussion um die Ausbildungsreform wieder im Vordergrund. Hier haben wir – gemeinsam mit der Akademie – wie erwähnt mehrere Abstimmungsgespräche geführt und Positionspapiere erarbeitet und veröffentlicht (s.o.). Ganz wesentlich sind wir bzw. DGVT-Mitglieder auch am Diskussionsprozess in der BPtK beteiligt.

Im Weiteren gehört zum Satzungsauftrag aber auch die Organisation und Umsetzung von Psychotherapieausbildungen. Diese erfolgt inzwischen in großer Stetigkeit in Rahmen der DGVT-Ausbildungsakademie einer gemeinsam von der DGVT und den Institutsleitern getragenen gemeinnützigen Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Zu den Ausbildungsinstituten der Akademie und den AusbildungsteilnehmerInnen lassen sich die folgenden Eckpunkte festhalten:

Standorte:                                                                                 18

Ausbildungsgänge:                                                          27 (15 PP, 12 KJP)

Lehrgänge (im Zahlungszeitraum):                                  97 (60 PP, 37 KJP).

TN (im Zahlungszeitraum):                                            1752 (1087 PP, 665 KJP)

2015 wurden die zwei  - wie in der Satzung der Akademie vorgesehen -  Gesellschafterversammlungen am 12. März in Tübingen im Rahmen der DGVT-Workshoptagung und am 29. Oktober in Stuttgart durchgeführt. Sprecher der Gesellschafter der DGVT-AusbildungsAkademie ist weiterhin Alfred Luttermann; er vertritt die AusbildungsAkademie auch als Mitglied im erweiterten Vorstand der DGVT.

Auf der Gesellschafterversammlung in Stuttgart wurde der Standort Stuttgart nach umfangreichen Umstrukturierungsmaßnahmen und einer Übergangsphase als vollwertiger Akademiestandort bestätigt. Dem dortigen Leiter Wolfgang Schneider wurde für die engagierte Umsetzung der Akademieprinzipien in diesem 2011 übernommenen Standort herzlich gedankt. 

2015 sind mit Bernd Schelp (Bielefeld) und Ulrike Willutzki (Dortmund) zwei bisherige Gesellschafter ausgeschieden. Während Ulrike Willutzki der Akademie erfreulicherweise in der AG Forschung weiter erhalten bleibt, wurde Bernd Schelp 2015 verabschiedet. Die Akademie dankt ihm für sein großes Engagement beim Aufbau und der Weiterentwicklung des Standorts in Bielefeld. Dass man dort aktuell Träger des DGVT-PiA-Preises ist, ist sicher zu großen Teilen sein Verdienst. Neue Gesellschafter sind nun Sandra Münstermann (Bielefeld) und Andreas Veith (Dortmund).  

2015 wurde die Entwicklung eines eigenen Psychotherapie-Lehrbuchs stark vorangetrieben – es konnten ausgewiesene ExpertInnen als AutorInnen gewonnen werden. Für 2016 wird die Veröffentlichung im DGVT-Verlag angestrebt. Auf dem DGVT-Kongress 2014 fand ein Symposium von und für PiAs statt, bei dem es vor allem um Alltagsfragen der AusbildungsteilnehmerInnen ging.

Eine mögliche Anpassung des DGVT-Ausbildungsbereichs an die Bedingungen einer evtl. neuen Weiterbildungsstruktur nach einer Ausbildungsreform wurde 2015 diskutiert. Um hier verlässlich planen zu können, sind aber wesentliche Eckpunkte einer zukünftigen Struktur noch abzuwarten. Der Diskussionsprozess wird auch in den kommenden Jahren fortgeführt.

Personal

Wie auch bereits im Jahr 2014 waren zum Ende des Jahres 2015 in der Geschäftsstelle (AusbildungsAkademie und DGVT) 15 Personen beschäftigt auf 13 Stellen. Hinzu kommen eine Auszubildende für Büromanagement und eine studentische Mitarbeiterin.

Wie immer hat es auch personelle Veränderungen gegeben. Yadigar Koc hat ihre Ausbildung zur Bürokauffrau im Juli beendet und wurde befristet in der AusbildungsAkademie übernommen. Die Auszubildende Wendy Strobel hat bereits ihre Zwischenprüfung erfolgreich absolviert und ist im 2. Ausbildungsjahr. Natalie Schaaf, die studentische Mitarbeiterin, hat nach erfolgreichem Abschluss in Medienwissenschaften bereits eine Stelle in Berlin und hat uns ihre Nachfolgerin aus dem gleichen Studiengang, Vlora Kleeb, vermittelt. Anna Millek aus dem Bereich Regionalisierung ist im Februar in Mutterschutz und Elternzeit gegangen. Jana Arndt, die ebenfalls Psychologin ist, hat ihre Vertretung  während dieser Zeit übernommen.

Der Vorstand dankt dem gesamten Team der Geschäftsstelle für die engagierte Arbeit, die immer wieder, insbesondere im Leitungsbereich, über das normale Maß beruflichen Engagements hinausging. Wir freuen uns auf ein weiteres Jahr konstruktiver, stabiler und kreativer Zusammenarbeit.

Mitgliederentwicklung

Auch im Jahr 2015 konnten wir mit der Mitgliederentwicklung zufrieden sein. Der Mit­gliederbestand bei der DGVT beläuft sich Ende des Jahres 2015 auf 7.933 Mitglieder; der Altersdurchschnitt beträgt 43,7 Jahre. Im Jahre 2015 gab es 673 Eintritte und 249 Austritte; dies bedeutet einen Zuwachs von 426 Mitgliedern bzw. 5,7 % (der Zuwachs 2014 betrug 5,6 %). Die Stabilisierung im Mitgliederbereich, die für unsere politische Arbeit enorm wichtig ist, basiert zum einen auf der politischen Arbeit in den Ländern und Regionen, die von den Landessprecherinnen und –sprechern und den Kammerengagierten der DGVT mit hohem Engagement getragen und gestaltet wird. Zum anderen sind die Ausbildungszentren und die Angebote der Aus- und Fortbildung eine Quelle neuer Mitgliedschaften, aber auch ein willkommenes Serviceangebot für langjährige Mitglieder. Der allgemeine Mitgliederservice durch Veröffentlichungen, Internetpräsenz, qualifizierte Beratung bis hin zur Rechtsberatung, trägt wie die qualifizierte Aus- und Fortbildung sowie die politische Netzwerkarbeit in Verbänden, Gremien und Institutionen seit Jahren dazu bei, die DGVT „unübersehbar“ zu machen.

Mailinglisten

Die steigende Mitgliederzahl schlägt sich auch in der Zunahme der TeilnehmerInnen in den diversen Mailinglisten nieder. Die höchste Steigerung gab es hier bei der Mailingliste der Fachgruppe Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie. Diese Liste besteht aus jeweils zwei Mailinglisten; die sog. „Aktiven“ tauschen sich in einer Mailingliste aus, beschließen dort bestimmte Projekte oder beteiligen sich z. B. an der Beantwortung aufgeworfener Fragen in der zweiten, der allgemeinen Liste. Die Mailinglisten dienen dem Austausch der Mitglieder und werden von Kerstin BurgdorfWaltraud Deubert und den Vorstandsmitgliedern begleitet, indem Fragen beantwortet oder aktuelle gesundheits- und berufspolitische Infos oder Informationen zu den jeweiligen diskutierten Themen eingebracht werden.

Folgende Mailinglisten für Mitglieder bestehen derzeit beim DGVT-Fachverband:

altern@dgvt.de = 236 TN

beratung@dgvt.de = 539 TN

diskussion@dgvt.de = 1.006 TN

fgkiju@dgvt.de = 1.104 TN

frauen@dgvt.de = 319 TN

migration@dgvt.de = 365 TN

piaag@dgvt.de = 1.218 TN

inklusion@dgvt.de = 8 TN

Die elektronischen Kommunikationswege (E-Mail, Internet) werden rege genutzt. Unsere Homepage wird pro Monat von 4.036 Nutzern besucht, die 14.207 Seiten aufgerufen haben.

Falls Sie Ideen/Wünsche für den Mitgliederservice haben, freuen wir uns auch hier über Anregungen. Im Rahmen des Kongresses im Februar in Berlin können Sie an den Ständen der LandessprecherInnen, der Fortbildung, der Kinder- und Jugendlichen-Fachgruppe oder bei den Treffen der verschiedenen Fachgruppen Ihre Wünsche äußern und besprechen. Alle sind herzlich eingeladen, sich zu  beteiligen.

Finanzen

Zum Zeitpunkt der Drucklegung lag uns noch keine Bilanz für das Jahr 2015 vor.

Die Finanzen werden von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ADJUVARIS vom 15. bis 17. Februar 2015 vor Ort in Tübingen begutachtet, die interne Kassenprüfung findet am 19. und 20. Februar 2015 statt.

Resumee

Der Vorstand bedankt sich bei allen haupt- und ehrenamtlich Tätigen, die durch ihr hohes Engagement und gleichzeitig durch ihr sparsames Wirtschaften zu der erfolgreichen Arbeit der DGVT im zurück liegenden Jahr beigetragen haben.

Der Verein hat erneut ein Wachstum der Mitgliederzahl erreicht, was einerseits sicher auf die exzellente Psychotherapieausbildung in den Instituten zurückzuführen ist, aber andererseits auch darauf, dass wir den jungen Mitgliedern während ihrer Zeit in der Ausbildung vermitteln können, dass es sich lohnt in der DGVT zu sein, weil sie hier bestens mit aktuellen Informationen zum psychosozialen und psychotherapeutischen Bereich versorgt werden und weil sie hier – genauso zuverlässig – fachliche und differenzierte Stellungnahmen erhalten, die eine wichtige Orientierung im Feld geben und schließlich auch die Chance bieten, sich einzuklinken und mitzumachen. Gerade davon lebt die DGVT und dieses Element, d.h. die Beteiligung der Mitglieder am Vereinsleben, wollen und sollten wir zukünftig stärker ausbauen.

Geschäftsführerender  Vorstand:
Heiner Vogel, Rudi Merod, Wolfgang Schreck