Rechenschftsbericht der Aus- und Weiterbildungskommission (AWK) für das Jahr 2013
1) Jahresprogramm im 11. Jahr des Bereiches Fort- und Weiterbildung der
DGVT
Im Jahr 2013 wurde die 2012 begonnene Zusammenführung der Angebote der Akademie für Fortbildung in Psychotherapie (afp) und der Angebote der DGVT unter dem Dach der DGVT Fort- und Weiterbildung(DGVT FW) abgeschlossen. Die Homepage der DGVT FW ging online und auch das neue Jahresprogramm erschien im neuen Design ohne wie 2012 noch einen Hinweis auf die afp zu enthalten. Insgesamt ist die Einführung des neuen Gesichtes der DGVT Fort- und Weiterbildung weitgehend reibungslos verlaufen. Die AWK hofft, dass der Fort- und Weiterbildungsbereich dadurch in Zukunft als einheitliches und starkes Standbein der DGVT wahrgenommen wird.
Themenseminare:
Im Jahr 2013 haben insgesamt 11 Themenseminare mit 117 TeilnehmerInnen stattgefunden. Hauptstandorte waren München und Dortmund. Wie 2012 wurde auch 2013 die Einschränkung des Angebotes fortgesetzt, d. h. es waren weniger Themenseminare im Programm, dafür wurden 3 Themenseminare in einer Tagung gebündelt (s. dazu den Punkt „Tagungen – 2. Tagung Psychotherapie-State-of-the-Art“).
Seminarreihen:
In dieser Rubrik fanden mehrere etablierte Angebote statt: ein Grundkurs „Lerntherapie“ in Bottrop, ein Grundkurs „Kreativtherapie“ in Rostock (ein weiterer Kurs startete bereits Ende November 2013), der 10. Kurs „Weiterbildung in Lauftherapie“ in Würzburg, die Ergänzungsqualifikation „Verhaltenstherapie in Gruppen“ in Friedrichshafen, „Selbsterfahrung für ÄrztInnen“ in Dresden sowie die Reihe „Traumatherapie“ in München.
Zum ersten Mal im Programm waren die beiden Angebote „Psychotraumatologie im Kindes- und Jugendalter“ nach den Richtlinien der DeGPT in Münster (Abschluss im Februar 2014) sowie eine Weiterbildung in 6 Blöcken zur Emotionsfokussierten Therapie in Dortmund (Abschluss im November 2014). Beide Angebote haben eine hohe TeilnehmerInnenzahl, die EFT-Reihe ist sogar ausgebucht. Eine geplante dreiteilige Reihe zur Mediation nach den Richtlinien der BAFM musste abgesagt werden.
In Kooperation mit dem Institut für Autismusforschung (IFT) in Bremen wurde im Oktober 2013 zum ersten Mal ein „Aufbaukurs zum/zur AutismustherapeutIn“ abgeschlossen. 6 AbsolventInnen bekamen ihr Zertifikat bei einer Abschlussveranstaltung überreicht.
Neben den bereits etablierten Reihen sind für 2014 zwei neue Angebote geplant: eine dreiteilige Fortbildung „Einführung in die Paartherapie“ in Berlin sowie eine Weiterbildung zum „Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy” (CBASP).
Weiteres:
Neben den genannten Angeboten war die interaktiven Fortbildung sehr gut nachgefragt: die 2013 zur Verfügung gestellten Artikel wurden von insgesamt 280 Personen bearbeitet.
2) Tagungen der DGVT Fort- und Weiterbildung
Die 19. Workshoptagung der DGVT fand vom 11. bis zum 13. April 2013 unter dem Titel „Zwischen Körper und Seele - Somatoforme Störungen und körperliche Erkrankungen in der Psychotherapie“ in Tübingen statt. 215 TeilnehmerInnen nutzten die Gelegenheit, sich in insgesamt 17 Workshops, 6 Fallseminaren und zwei Vorträgen zu diesem Thema fortzubilden und zusätzlich kollegialen Austausch zu pflegen.
Das Programm bildete die gesamte Bandbreite des titelgebenden Bereichs ab: In den Workshops und Fallseminaren wurde sowohl die psychotherapeutische Behandlung von Krankheitsängsten, unklaren körperlichen Beschwerden und körperdysmorpher Störung als auch die begleitende Therapie bei körperlichen Erkrankungen und Problemen wie Tinnitus, Haut- und Krebserkrankungen und Schmerzstörungen behandelt. Neben der Möglichkeit, in den Workshops durch ausgewiesene ExpertInnen neuen Input zu bekommen, wurde insbesondere die Gelegenheit, in den Fallseminaren eigene Behandlungsfälle einzubringen und mit ReferentIn und KollegInnen zu besprechen, als äußerst bereichernd erlebt.
Zwei Fachvorträge beleuchteten die aktuellen und zukünftigen Entwicklungen im Bereich der somatoformen Störungen. Professor Wolfgang Hiller von der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz stellte die Entwicklung der Diagnose „Somatoforme Störung“ im Laufe vieler Jahrzehnte dar und ging vor allem auf die Änderungen im Zuge des DSM-V ein. Hier stellte er die Vorteile einer konzeptuellen Perspektive gegenüber einer diagnosebezogenen Sichtweise heraus und zeigte die therapeutischen Implikationen auf. Dr. Michael Witthöft, ebenfalls aus Mainz, befasste sich in seinem Vortrag am Samstag mit dem Einfluss von Emotionswahrnehmung und –regulation bei der Entstehung und Aufrechterhaltung somatoformer Störungen. Hier zeigte er deutlich die mangelnde Befundlage des immer noch verbreiteten Alexithymie-Konzeptes auf. Das Erleben somatoformer Beschwerden scheint eher mit einer verminderten Interozeption und einem verstärkten Einsatz dysfunktionaler Regulationsstrategien in Verbindung zu stehen. Hier können neue Entwicklungen der Verhaltenstherapie gewinnbringend in der Behandlung eingesetzt werden, um die ungünstigen Prozesse zu unterbrechen.
In einem weiteren assoziierten und sehr gut besuchten öffentlichen Vortrag stellte Professor Ulrich Bartmann aus Würzburg die Lauftherapie und ihre Vorzüge in gewohnt engagierter und laufbegeisterter Art dar.
Neben der fachlichen Komponente spielte auch das Vereinsleben der DGVT eine wesentliche Rolle während dieser Workshoptagung. Zusätzlich zur Mitgliederversammlung gab es ein PiA-Treffen, eine Veranstaltung zu aktuellen Entwicklungen der Gesundheitspolitik und Beratungstische des Fachverbands und des jungen Berufsverbandes.
Die 2. Tagung Psychotherapie-State-of-the-Art fand am 14. und 15. September 2013 in Bad Neuenahr zum Thema „Aktuelle Behandlungsansätze der Depression“ statt. Prof. Martin Hautzinger von der Universität Tübingen hielt den Eröffnungsvortrag und stellte dabei etablierte und neuere Behandlungsansätze depressiver Störungen im Überblick dar. Die große Aufgabe der Forschung sei es, herauszufinden, wann welche Behandlungsmethode bzw. Methodenkombination am wirksamsten ist. Im Anschluss an den Vortrag starteten die zweitägigen Workshops zu den Themen „Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy (CBASP)” und „Interpersonelle Psychotherapie (IPT)“. Rund die Hälfte der gut 50 TeilnehmerInnen nahm zudem am Samstagabend am gemeinsamen Abendessen mit Weinprobe teil, das den Austausch unter den anwesenden KollegInnen und ReferentInnen weiter förderte.
Am zweiten Novemberwochenende fanden die 12. DGVT-Praxistage der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie in Stuttgart statt, dem Standort des neuesten DGVT-Ausbildungszentrums. Thema war dieses Jahr „Vernetzte Lebenswelten“. Das Internet nimmt eine immer größere Rolle im Alltag vieler Menschen ein, Jugendliche widmen diesem Medium in der Regel einiges an Zeit und Aufmerksamkeit. In den angebotenen Workshops wurde der Frage nachgegangen, wie sich dies auf die psychische Entwicklung und Gesundheit von Kindern und Jugendlichen auswirkt und es wurde aufgezeigt, wie das Internet in die psychotherapeutische Arbeit einfließen und in Prävention, Therapie und Nachsorge eingesetzt werden kann. Zudem wurde das Thema Vernetzung im Hinblick auf die "reale Welt" behandelt. So waren Workshops zur Einbeziehung von Familie und Angehörigen in die Therapie, zu gruppentherapeutischen Interventionen und zum vernetzen Arbeiten im Programm. Eröffnet wurde die Tagung von Prof. Dr. Christine Knaevelsrud aus Berlin, die sich bereits seit zehn Jahren mit dem Thema Onlinetherapie beschäftigt. Sie gab in ihrem Vortrag einen interessanten Überblick über den derzeitigen Stand der onlinetherapeutischen Ansätze für Kinder und Jugendliche.
Mit ca. 100 TeilnehmerInnen fiel die Besucherzahl wie 2012 auch dieses Jahr leider wieder etwas niedriger aus als in den Jahren zuvor. Wir hoffen, im nächsten Jahr in Krefeld wieder ein größeres Publikum ansprechen zu können.
Im Überblick die Tagungen der DGVT Fort- und Weiterbildung 2014:
26. - 28. Juni 2014: 6. Sommerakademie in Rostock-Warnemünde – Qualifizieren und regenerieren!
20. - 21. September 2014: 3. Tagung Psychotherapie-State-of-the-Art in Potsdam zum Thema „Angststörungen“
08. - 09. November 2014: 13. DGVT-Praxistage der Kinder- und Jugendlichen-psychotherapie in Krefeld zum Thema „Sexualität und Körper“
3) Sitzungen und Gremientreffen
Während die Wahlperiode von Judith Schild, Gerd Per und Oliver Kunz noch ein Jahr andauert, wurde auf der Mitgliederversammlung im Rahmen der Workshoptagung Daniel Surall für eine weitere Wahlperiode wieder gewählt.
Die Kommission traf sich dieses Jahr zwei Mal, im Februar in Münster und im August in Herne. Zudem gab es eine kurze Sitzung im Rahmen des Intergremientreffens im November in Würzburg. Ergänzend zu diesen Treffen fanden mehrere Telefonkonferenzen statt. Auf der Sitzung in Münster konstituierte sich die AWK auch als AWK des DGVT-BV: alle AWK-Mitglieder haben ihre Bereitschaft erklärt, in der AWK des DGVT-BV mitzuarbeiten.
Themen der Sitzungen waren - neben der Planung des Jahresprogrammes und der Tagungen - die Aufgabendefinition der Kommission innerhalb des DGVT BV sowie die Zusammenarbeit zwischen der DGVT Fort- und Weiterbildung und den ABZ. Zu letzterer Frage fand unter anderem eine Sitzung mit Alfred Luttermann und Wolfgang Jänicke - als Vertreter der DGVT Ausbildungsakademie - in Münster statt, auf der gemeinsam Anpassungen und Neuerungen der bisherigen Kooperationsmodelle erarbeitet und beschlossen wurden. Die Ergebnisse trug Oliver Kunz als AWK-Vertreter auf der Ausbildungsakademiesitzung im Mai in München vor.
Die Aus- und Weiterbildungskommission:
Oliver Kunz, Gerhard Per, Judith Schild, Daniel Surall