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Stellungnahme

DGVT und DGVT-Berufsverband begleiten Stellungnahmeverfahren zur Erstfassung der „KiJu-Komplexversorgung“ des G-BA

09. November 2023

Der DGVT-Berufsverband hat eine Stellungnahme an den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) zur Erstfassung der Richtlinie über die „berufsgruppenübergreifende, koordinierte und strukturierte Versorgung insbesondere für schwer psychisch kranke Kinder und Jugendliche mit komplexem psychiatrischen oder psychotherapeutischen Behandlungsbedarf“ abgegeben.

 

Die neue Richtlinie soll die Anforderungen an die Ausgestaltung einer berufsgruppenübergreifenden, koordinierten und strukturierten Versorgung insbesondere für schwer psychisch erkrankte Kinder und Jugendliche mit einem komplexen psychiatrischen oder psychotherapeutischen Behandlungsbedarf regeln. Sie soll auch Regelungen zur Erleichterung des Übergangs zwischen der teilstationären, vollstationären oder stationsäquivalenten und der ambulanten Versorgung beinhalten. Mit der neuen Richtlinie wird eine mehrere Sozialgesetzbücher übergreifende Zusammenarbeit (weitere Hilfesysteme anderer SGBs) unter Einbeziehung relevanter Bezugspersonen aus dem sozialen Umfeld angestrebt. Hierzu gehört auch die Zusammenarbeit mit anderen Unterstützungssystemen (insbesondere Kita, Schule und Ausbildungsstätte).

Der DGVT-Berufsverband bewertet den vorgelegten Entwurf insgesamt als positiv, wenngleich an einzelnen Punkten noch nachgeschärft werden soll.

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*innen sind dafür qualifiziert, auch schwere Störungsbilder zu behandeln. Die Versorgung nach der geplanten Richtlinie unterstützt für die schwer psychisch erkrankten Patient*innen gegenüber den bestehenden Versorgungsformen auch eine Verkürzung oder Vermeidung von stationären Aufenthalten sowie die Möglichkeit der

Versorgung in der häuslichen Umgebung. Dies wird durch den DGVT-Berufsverband ausdrücklich unterstützt. Die geplante Kooperation der Leistungserbringer*innen untereinander und ein besserer Austausch an den Schnittstellen unterschiedlicher Hilfesysteme ermöglichen eine bedarfsgerechtere, berufsgruppenübergreifende Behandlung – auch diesen Aspekt begrüßt unser Verband, er stellt eine jahrelange Forderung der DGVT und des DGVT-Berufsverbands dar.

Insbesondere der bessere Austausch und die Zusammenarbeit an Schnittstellen unterschiedlicher Hilfesysteme und eine gezielte Überleitung in die Versorgung außerhalb dieser Richtlinie stellen aus Sicht des DGVT-Berufsverbands wichtige Stellschrauben für ein Versorgungsystem, das aktuell enorm unter Druck steht – die aktuellen Daten zur Versorgung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland sprechen für sich.

Mit der schriftlichen Stellungnahme erfolgte nun der erste Schritt des Verfahrens. In einem zweiten Schritt ist eine mündliche Stellungnahme im Rahmen einer Anhörung durch den G-BA geplant, bei der der DGVT-Berufsverband vertreten sein wird. Wir halten Sie zu diesem Thema auf dem Laufenden.