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Gesundheitspolitik

TK-Gesundheitsreport 2016

11. August 2016
 

(am) Ende Juni veröffentlichte die Techniker Krankenkasse (TK) ihren Gesundheitsreport 2016. Schwerpunktthema war diesmal „Gesundheit zwischen Beruf und Familie“. In diesem Zusammenhang wurde insbesondere die Kohorte der 30- bis 44-Jährigen betrachtet. Diese, häufig als Sandwich-Generation bezeichnete Altersgruppe ist besonderem Stress ausgesetzt, da sie neben dem Beruf oft auch noch Kinder und teilweise die eigenen Eltern versorgen müssen. Dies schlägt sich auch in den Fehltagen wieder. Zwar steigen Fehlzeiten aufgrund stressbedingter Erkrankungen wie Angst- und Belastungsstörungen seit 15 Jahren in allen Altersgruppen, allerdings ist in der Gruppe der 30- bis 40-Jährigen ein besonders hoher Anstieg zu verzeichnen. Aktuell beträgt ihre durchschnittliche Fehlzeit aufgrund psychischer Erkrankungen 2,4 Tage im Jahr. Damit sind psychische Erkrankungen der häufigste Grund für Fehltage bei Personen im mittleren Erwerbsalter. Auch typische Zivilisationskrankheiten sind vertreten. Gerade bei Männern sind Diabetes Typ 2 und Bluthochdruck häufig. Frauen bekommen dagegen häufiger Antidepressiva verschrieben. Um Prävention leisten zu können ist es sinnvoll, die Ressourcen dieser Generation näher zu untersuchen. So zeigt der Gesundheitsreport u.a., dass Beschäftigte mit familienversicherten Kindern weniger Medikamente verschrieben bekommen. Bezüglich der Anzahl der Fehltage gab es keine relevanten Abweichungen zu Versicherten ohne Kinder. Lediglich bei durch psychische Erkrankungen bedingten Fehltagen hatten Erwerbspersonen mit familienversicherten Kindern geringere Fehlzeiten (2,14 Tage pro Jahr mit Kind vs. 2,37 Tagen ohne Kind). Aufgrund dieser Ergebnisse wären weitere Studien zum Einfluss der Familie auf die Gesundheit gerade im Hinblick auf zukünftige Präventionsangebote interessant.

Insgesamt scheint sich in der Generation der 30- bis 44-Jährigen auch das Rollenverständnis der Geschlechter verändert zu haben. Die vorliegenden Daten zeigen, dass das alte Rollenbild vom Mann als Hauptverdiener ausgedient hat. Im Jahr 2015 hatten weniger als 15 Prozent der männlichen Erwerbspersonen im mittleren Erwerbsalter eine über sie familienversicherte Partnerin ohne oder mit nur geringfügigem Einkommen.  In den neuen Bundesländern war dies sogar noch deutlich seltener.

Quellen:
TK-Gesundheitsreport 2016
www.tk.de/centaurus/servlet/contentblob/855594/Datei/84179/TK-Gesundheitsreport-2016-Zwischen-Beruf-und-Familie.pdf