Unabhängige Patientenberatung (UPB) nimmt Arbeit wieder auf
(wd). Ende 2010 lief die insgesamt 10-jährige Modellphase für eine Unabhängige Patientenberatung aus. Nach einer europaweiten Ausschreibung hat Ende Januar der Spitzenverband der Krankenkassen (GKV-Spitzenverband) im Einvernehmen mit dem Patientenbeauftragten der Bundesregierung entschieden, dass die Bietergemeinschaft aus Sozialverband VdK Deutschland e.V., Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. und dem Verbund unabhängige Patientenberatung e.V. (kurz: SVV) den Zuschlag erhält.
An der europaweiten Ausschreibung des GKV-Spitzenverbandes hatten zehn Bewerber teilgenommen. Nach 10-jähriger Erprobungsphase ist die Patientenberatung seit dem 1. Januar 2011 eine Regelleistung. Leider konnten Ratsuchende über mehrere Wochen hinweg niemanden bei der UPD erreichen. Ab 15. Februar 2011 ist geplant, die kostenlose Beratungs-Hotline wieder frei zu schalten. Neu hinzu kommt ein muttersprachliches Angebot für Ratsuchende mit Migrationshintergrund, welches von der privaten Krankenversicherung finanziert wird. Hierfür wurde ein Vertrag für die nächsten drei Jahre mit der Privaten Krankenversiche-rung (PKV) abgeschlossen. Der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Wolfgang Zöller (CSU), ist deshalb auch davon überzeugt, dass die Verzögerung der Qualität zu gute kommt. Gernot Kiefer, Vorstand des GKV-Spitzenverbandes betont, dass „das Herzstück der UPD die Unabhängigkeit der Beratung“ ist. Weder die Politik, noch der GKV-Spitzenverband oder die drei Mitglieder der Trägergesellschaft sollen Einfluss auf die konkreten Inhalte der Beratung nehmen. Die UPD wird sowohl auf Bundes- als auch auf regionaler Ebene durch erfahrene, unabhängige Organisationen durchgeführt und will die bewährte Arbeit der vergangenen Jahre fortsetzen.
Die Verzögerung in der Erteilung des Zuschlags für die Weiterführung ergab sich dem Vernehmen nach durch Verfahrensprobleme und den zwischenzeitlichen Einspruch eines Mitbewerbers, der erst geklärt werden musste. In der Konsequenz hat dies leider dazu geführt, dass viele frühere Mitarbeiter/innen der UPD inzwischen andere Beschäftigungen gefunden haben und die Beratungsstellen nun nicht selten auch personell komplett neu aufgebaut werden müssen.
Im vergangenen Jahr hatten drei Psychotherapeutenkammern (Baden-Württemberg, Bayern und Berlin) gemeinsam mit der UPD eine Hotline für Problemstellungen rund um die Psychotherapie erprobt. Diese Modellphase fand mit dem vorläufigen Ende der UPD-Erprobung einen „natürlichen“ Abschluss. Nach dem Neustart der UPD im Frühjahr ist damit zu rechnen, dass auch die Patientenberatung in Sachen Psychotherapie neu geregelt wird, dass sie vielleicht für einen längeren Zeitraum vereinbart wird und dass auch mehr Kammern sich beteiligen.